Implantate: Behandlung dauert mehrere Monate

Der erste Ansprechpartner bei Fragen zum Implantat sollte Ihr behandelnder Zahnarzt sein. Ist er selbst kein erfahrener Experte im Bereich Implantologie, wird er Sie an einen Oralchirurgen verweisen, der sich auf das Setzen von Implantaten spezialisiert hat. Sollte Ihr Zahnarzt Implantate grundsätzlich ablehnen, ist es auf jeden Fall ratsam, eine weitere Meinung einholen.

Planungsphase: Der Zahnarzt stellt einen Kostenplan auf

Der Zahnarzt wird eine ausführliche Diagnostik vornehmen, das Ergebnis mit Ihnen besprechen, Ihnen die Möglichkeiten der implantologischen Versorgung aufzeigen und Ihnen Alternativen nennen. Des Weiteren wird er verschiedene Kostenpläne aufstellen, so dass Sie einen Überblick erhalten, welche Art von Zahnersatz welchen finanziellen Einsatz von Ihnen fordert. Der Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkassen wird Ihnen auch genannt.

Chirurgische Behandlungsphase: Nach drei bis sechs Monaten ist das Implantat eingeheilt

Sollten Sie sich für Implantat getragenen Zahnersatz entscheiden und ist die Kostenfrage geklärt, kann die eigentliche Behandlung beginnen. Das Implantat wird gesetzt. Dies geschieht meistens - wie bei einer Zahnextraktion - unter Lokalnarkose; eine Vollnarkose nimmt der Zahnarzt nur in Ausnahmefällen vor, etwa bei sehr ängstlichen oder unruhigen Patienten.

Um den richtigen Ort im Kiefer zu finden, kann sich der Zahnarzt Hilfsmittel (zum Beispiel Bohrschablonen) vom Zahntechniker fertigen lassen. Nach dem Setzen des Implantats, wird dieses mit einer Schraube verschlossen und die Schleimhaut über dem Implantat vernäht. Nun kann das Implantat in Ruhe unter der Schleimhaut einheilen.

Nach dem Eingriff können - meistens ein bis zwei Tage - Beschwerden auftreten. Es handelt sich um den normalen Wundschmerz, der allen Patienten, denen bereits ein Zahn gezogen wurde, bekannt sein dürfte. Komplikationen wie Infektionen, Blutungen oder die Verletzung eines Nervs sind relativ selten. Die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation variiert je nach dem, wo das Implantat gesetzt wird. Der Zahnarzt wird die Gefahr von Komplikationen in jedem Fall vor dem Eingriff mit seinem Patienten besprechen.

Die Einheilzeit beträgt je nach Knochenstruktur zwischen drei bis sechs Monaten. Nach der radiologischen Kontrolle im Anschluss an die Einheilphase kann das Implantat „freigelegt" werden. Die Schleimhaut über der abdeckenden Schraube wird entfernt. Nun kann der Zahnersatz angefertigt werden.

Prothetische Behandlungsphase aufwändiger als das Implantat-Setzen

Die einzelnen Arbeitsschritte der prothetischen Behandlungsphase sind sehr unterschiedlich, manchmal können mehrere Sitzungen notwendig sein. Die Versorgung eines einzelnen Implantats ist einfacher als die Herstellung eines Zahnersatzes, bei dem der Zahnarzt Implantate und eigene Zähne gemeinsam in die Versorgung einbeziehen muss. Nach der Eingliederung des Implantats erfolgt die Nachsorge, die mehrere Sitzungen beim Zahnarzt in Anspruch nehmen kann.

Nach Abschluss der Behandlung wird der Zahnarzt Ihnen noch eine regelmäßige, halbjährliche Kontrolle ans Herz legen. Diese sollten Sie in jedem Fall auch in Anspruch nehmen. Zudem ist es empfehlenswert, die Individualprophylaxe in der Zahnarztpraxis wahrzunehmen. Die professionelle Reinigung hilft, Zähne und Implantate lange zu erhalten.  

Mehr über Implantate und andere Arten von Zahnersatz erfahren Sie hier im Video
  http://docmed.tv.vitanet.de/zahngesundheit/video-zahnersatz-kronen-bruecken-prothesen
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.10.2013
  • Autor/in: Dr. med. dent. Ina Nitschke, Zahnärztin, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde, Universität Leipzig, medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: J. Schmidseder: Gesunde und schöne Zähne, Südwest München, 2000
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