Zahnlücken müssen gefüllt werden

Die Zähne, der Zahnhalteapparat, der Ober- und Unterkiefer, die Kiefergelenke und die Kaumuskulatur bilden zusammen ein gut aufeinander eingespieltes System. Funktionsstörungen einer dieser Strukturen – etwa ein Zahnverlust – beeinflussen unmittelbar auch die anderen Strukturen.

Zahnerkrankungen Zahnersatz © Thinkstock
Im Alter zwischen 45 und 65 Jahren gehen im Schnitt zirka zehn bis 15 Zähne verloren. Die häufigsten Ursachen für den Zahnverlust sind Karies und Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis), gefolgt vom Zahnverlust durch einen Unfall (Schlag, Stoß). Außerdem ist es möglich, dass ein Zahn erblich bedingt gar nicht erst angelegt ist und fehlt.

Das Ersetzen von fehlenden Zähnen ist nicht nur aus kosmetischen Gründen wichtig. Zahnlücken – ganz besonders im Seitenzahnbereich – stellen auch eine Gefahr für die übrigen Zähne dar. Es dauert nicht lange nach einem Zahnverlust und benachbarte Zähne kippen in die Lücke hinein und werden durch den gegenüberliegenden Zahn falsch belastet. Die Zähne im Kiefer gegenüber der Lücke wachsen in den frei gewordenen Raum ein, da ihnen der notwendige Gegendruck fehlt.

Das gesamte Kauorgan ist betroffen und es kann in der Folge auch zu Schmerzen in den Kiefergelenken und der Gesichtsmuskulatur kommen. An den Zähnen, die sich wegen der Lücke schräg stellen, entstehen Schlupfwinkel, in denen sich leicht Zahnbelag ansammelt. Hier ist die Mundhygiene schwierig und es kann Karies entstehen. Längerfristig kann sich auch das Zahnfleisch an diesen Schlupfwinkeln aufgrund der weichen Beläge entzünden. Deshalb ist bei Zahnausfall ein umgehender Zahnarztbesuch notwendig.

Möglichkeiten des Zahnersatzes

Füllungen und Kronen ersetzen die Teile einer – zum Beispiel durch Karies verlorengegangenen – Zahnkrone und sind fest mit der restlichen Zahnsubstanz verbunden. Alle Formen des abnehmbaren Zahnersatzes werden als Prothesen bezeichnet.

Prothese bedeutet auf griechisch „etwas vor sich hinstellen“. Nach Zahnverlust ersetzen Zahnprothesen die Zähne insgesamt. Zahnlose Patienten werden mit einer Totalprothese versorgt. Die Zahnprothesen (Ersatz verlorengegangener Zähne) werden in abnehmbare Teilprothesen (Zahnersatz, der vom Patienten aus dem Mund entfernt werden kann) und  festsitzende Teilprothesen (Brücken) unterteilt.

Abnehmbarer Zahnersatz bedeckt die zahnlosen Kieferabschnitte und wird mit verschiedenen Halteelementen am Restgebiss verankert. Brückenzahnersatz ist fest auf den Brückenpfeilern (beschliffene Restzähne) zementiert. Das Brückenzwischenglied ersetzt den oder die fehlenden Zähne und leitet die Kaukräfte auf die Brückenpfeiler ab. Brücken und Prothesen können jedoch auch mithilfe eines Implantats im Kieferknochen verankert werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination von festsitzendem und abnehmbarem Zahnersatz („kombinierter Zahnersatz“). Beispiele sind abnehmbare Brücken oder abnehmbare Teilprothesen, deren Pfeilerzähne der Zahnarzt als Anker überkront.

Die Entscheidung, ob festsitzender oder herausnehmbarer Zahnersatz gewählt wird, hängt vom Zustand des Restgebisses, von der Sorgfältigkeit der Mund- und Prothesenhygiene, vom Alter des Patienten und der Anpassungsfähigkeit an den neuen Zahnersatz ab.  

Mehr zu den verschiedenen Arten von Zahnersatz erfahren Sie hier im Video:  http://docmed.tv.vitanet.de/zahngesundheit/video-zahnersatz-kronen-bruecken-prothesen
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.10.2013
  • Autor/in: Dr. med. dent. Ina Nitschke, Zahnärztin, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde, Universität Leipzig, medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: J. Schmidseder: Gesunde und schöne Zähne, Südwest München, 2000
  • Festsitzender Zahnersatz für zahnbegrenzte Lücken; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde; 2012. Abrufbar unter http://www.dgzmk.de/uploads/tx_szdgzmkdocuments/20120913_LL_Festsitzender_Zahnersatz_fuer_zahnbegrenzte_Luecken.pdf am 08. Oktober 2013.
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