Organspende: ja oder nein?

Viele Deutsche haben Bedenken, sich für die Organspende zu entscheiden – oft, weil sie zu wenig über den Hirntod und die Gehirnfunktionen wissen.

Grafik: Hände mit Herz darauf © iStock
Hirntod – schon das Wort genügt, um bei vielen Menschen Ängste zu wecken. Viele halten diese Ängste auch davon ab, einer Organspende zuzustimmen. Zudem glauben manche, als Spender nicht geeignet zu sein oder sie vertrauen dem Organspendesystem nicht. Doch Angst, Unsicherheit und Unwissenheit können für Menschen, die auf ein Organ warten, tödlich sein. So starben, laut der Gemeinnützigen Hertie Stiftung, von den rund 10.000 Menschen, die im Jahr 2016 auf ein neues Organ gewartet haben, über 900 Menschen, bevor ihnen ein überlebenswichtiges Organ transplantiert werden konnte.

Hirntod – ist man dann wirklich tot?

Viele Menschen fragen sich, ob jemand tot sein kann, wenn Atem, Herzschlag und andere Körperfunktionen dank Maschinen erhalten bleiben. Die Bundesärztekammer beantwortet dies in ihrer „Richtlinie zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls“ wie folgt: „Mit der Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms (irreversibler Hirnfunktionsausfall) ist naturwissenschaftlich-medizinisch der Tod des Menschen festgestellt.“ Der umgangssprachlich als „Hirntod“ bezeichnete unumkehrbare Ausfall aller Gehirnfunktionen gilt nach dieser Richtlinie als sicheres Todeszeichen.

Der Hirntod und die besondere Bedeutung des Gehirns

Das Hirntodkonzept beruht auf der besonderen Bedeutung des Gehirns. Denn das Gehirn ist nicht nur der Sitz des Bewusstseins, sondern steuert als Schaltzentrale auch die wichtigsten Vitalfunktionen des Organismus wie Atmung, Kreislauf und Hormonhaushalt. Ein Totalausfall bedeutet, dass dauerhaft kein Erleben und Empfinden mehr möglich ist und auch der Rest des Körpers nicht mehr lange funktionieren kann.

Wann Organe entnommen werden dürfen

Nach dem deutschen Transplantationsgesetz dürfen Organe nur einem Verstorbenen entnommen werden, dessen Tod und dessen irreversibler Hirnfunktionsausfall festgestellt wurde. Wie die Untersuchung durchzuführen ist, entscheiden zwei Ärzte unabhängig voneinander entlang klarer Richtlinien und Untersuchungsvorschriften.

Umfassende Informationen

Die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung hat in einer umfangreichen Broschüre alle wichtigen Informationen, Daten, Fragen und Antworten rund um das Thema Organspende zusammengefasst.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.05.2019
  • Autor/in: vitanet.de; np, kw
  • Quellen: Pressemitteilung der Gemeinnützigen Hertie Stiftung: Hertie-Stiftung: Angst vor Organspende unbegründet – mehr Aufklärung über Hirntod nötig
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