Enzympräparate

An biologischen Vorgängen in unserem Körper sind fast immer Enzyme beteiligt. Sie ermöglichen als Bio-Katalysatoren Prozesse wie Atmung, Verdauung oder Zellerneuerung. Außerdem besitzen die eiweißspaltenden Enzyme die Fähigkeit, Heilungsprozesse voranzutreiben: Denn sie haben eine entzündungshemmende Wirkung, fördern die Wundheilung und verbessern die Durchblutung.

Enzympräparate werden deshalb häufig von Ärzten und Apothekern empfohlen, um den Krankheitsverlauf einer Sportverletzung zu verkürzen und die Beschwerden zu lindern. Die Empfehlung der Hersteller lautet, täglich dreimal zwei Tabletten oder Kapseln einzunehmen. Oft kommen pflanzliche Enzyme wie Papain (aus der Papaya) und Bromelain (aus der Ananaspflanze) sowie tierische Enzyme wie Pankreatin, Trypsin und Chymotrypsin zum Einsatz, die in den meisten Fällen aus der Bauchspeicheldrüse gewonnen werden.

Enzympräparate häufig in Kombination mit Rutosid

Oft sind Enzympräparate erhältlich, die mit dem Wirkstoff Rutosid kombiniert sind. Rutosid soll die Gefäßwände stabilisieren. Außerdem sorgt es dafür, dass nicht so viel Flüssigkeit aus den Gefäßen ins umliegende Gewebe ausströmt und wirkt auf diese Weise Schwellungen entgegen. Bei schon bestehenden Schwellungen sollen die Enzyme bewirken, dass sie sich schneller wieder zurückbilden. Ungeeignet sind Enzympräparate für Menschen mit Blutgerinnungsstörungen. Wenn der Betroffene gleichzeitig blutverdünnende Medikamente oder bestimmte Antibiotika (Tetrazykline) einnimmt, können Enzyme die Wirkung dieser Medikamente verstärken.

Kritiker dieser Therapieform äußern Bedenken, dass Enzyme Proteine sind, die auf ihrem Weg durch den Magen-Darm-Trakt normalerweise in ihre Einzelteile zerlegt werden und deshalb ihren Bestimmungsort nicht erreichen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Plesch, Christian/ Sieven, Rainer, Trzolek, Dieter: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2009.
  • Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention. Von Gläser, Heribert, (ARAG Allgemeine Versicherungs-AG), Henke, Dr. rer. nat. Thomas (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin). Herausgeber: ARAG Allgemeine Versicherungs-AG.
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP): 10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben, 2004.
  • Deutscher Olympischer Sportbund, www.richtigfit.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de