Hitze-Tipps: So schonen Sie im Alter Ihre Gesundheit

Für Senioren und insbesondere für pflegebedürftige Menschen bedeuten heiße Sommertage große Strapazen. Der Kreislauf wird stärker belastet und die natürliche Temperaturregulierung kann schnell gestört sein. Auch das Durstgefühl lässt bei älteren Menschen oft nach, sodass sie häufig nicht genug trinken. Tipps, wie Senioren gesund durch den Sommer kommen.

Seniorenpaar in der Natur © Thinkstock
Bei Hitze zu wenig zu trinken, kann dramatische Folgen haben: Denn nicht selten führt der Flüssigkeitsmangel zur sogenannten Hitzeerschöpfung oder im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag. Vor allem ältere pflegebedürftige Menschen, die allein leben, sind gefährdet, da kontinuierliche Unterstützung – beispielsweise regelmäßiges Anreichen von Getränken – fehlt. In solchen Fällen ist es besonders wichtig, dass sich Nachbarn oder Angehörige um die pflegebedürftige Person kümmern. Zehn Tipps, wie sich Hitzegefahren für ältere Menschen reduzieren lassen:

Tipp 1: Viel trinken, Flüssigkeitszufuhr kontrollieren

Normalerweise sollte ein älterer Mensch täglich etwa 1,3 bis 1,5 Liter Flüssigkeit in Form von Getränken zu sich nehmen. An heißen Tagen sollte entsprechend mehr getrunken werden, da beispielsweise durch starkes Schwitzen Wasser und Elektrolyte verloren gehen. Beachten Sie bitte, dass bei bestimmten Erkrankungen – zum Beispiel Herz- und Nierenerkrankungen – zu viel Flüssigkeitszufuhr auch schädlich sein kann. Sprechen Sie darüber mit einem Arzt. Gut ist, wenn Sie ein Trinkprotokoll führen, um die aufgenommene Flüssigkeitsmenge kontrollieren zu können.

Tipp 2: Immer ein Getränk zur Hand

Je nach festgelegtem täglichem Flüssigkeitsbedarf sollten stündlich ein bis zwei Gläser Flüssigkeit zur Verfügung stehen beziehungsweise angeboten werden. Das Durstgefühl ist bei alten Menschen oft eingeschränkt. Deshalb ist es wichtig, immer wieder an das regelmäßige Trinken zu erinnern. Falls als Getränk Wasser nicht akzeptiert wird, können Sie beispielsweise auch kühle Kräuter- und Früchtetees, Saftschorlen oder kalte Suppen reichen. Eisgekühlte Getränke sind nicht zu empfehlen, da das Durstgefühl schneller nachlassen kann und so die Trinkmenge geringer bleibt.

Tipp 3: Einnahme von Medikamenten berücksichtigen

Einige Medikamente beeinflussen den Wasserhaushalt oder die Anpassungsfähigkeit des Körpers bei Hitze und erhöhen dadurch das Risiko einer Hitzeerschöpfung und eines Hitzschlags. Zu den Medikamenten, die den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen, gehören unter anderem Entwässerungstabletten, Beruhigungstabletten und bestimmte Herzmedikamente. Fragen Sie den Hausarzt, ob die Medikamentendosis oder der Verabreichungszeitpunkt angepasst werden sollten.

Tipp 4: Die richtige Ernährung

Auch die Ernährung sollte an die hohen Temperaturen angepasst werden. Zum Beispiel bieten sich Wassermelonen, Apfelmus, Joghurt, Buttermilch und andere flüssigkeitsreiche, erfrischende und wenig gesüßte Speisen an. Als Hauptspeise sind leichte Gerichte wie Geflügel oder Fisch sinnvoll.

Tipp 5: Räume kühl halten

Räume sollten ausreichend belüftet und gekühlt sein. Vermeiden Sie jedoch, dass sich die pflegebedürftige Person in der Zugluft befindet. Dunkeln Sie die Räume tagsüber mit Rollläden oder Vorhängen ab.

Tipp 6: Die richtige Kleidung und Bettwäsche

Achten Sie auf luftdurchlässige Kleidung. Die Bettwäsche sollte ebenfalls leicht sein – alternativ kann auch nur ein Laken als Zudecke verwendet werden. Das Kopfkissen sollte mit einem schweißsaugenden Frotteehandtuch bedeckt und häufig gewechselt werden.

Tipp 7: Kühlende Fußbäder und Kompressen

Kalte Fußbäder oder kühle Kompressen auf der Stirn können gegen Überhitzung helfen. Auch Abreibungen mit einem lauwarmen oder leicht kühlen Waschlappen bieten sich an.

Tipp 8: Körpertemperatur kontrollieren

Bei großer Hitze sollten Sie die Körpertemperatur des Pflegebedürftigen mehrmals täglich kontrollieren. Bei Fieber muss die Flüssigkeitszufuhr erhöht werden. Zum Beispiel sollte der Erkrankte mindestens einen halben Liter Flüssigkeit zusätzlich pro Tag trinken, wenn die Körpertemperatur von 37 auf 38 Grad steigt.

Tipp 9: Auf Symptome von Flüssigkeitsmangel achten

Symptome wie Unruhe, Verwirrtheit, Schwindel und Erbrechen können auf eine Überhitzung und erheblichen Flüssigkeitsmangel hinweisen. In diesem Fall sollten Sie umgehend den Hausarzt oder einen Notarzt verständigen.

Tipp 10: Infusionen gleichen mangelnde Flüssigkeitsaufnahme aus

Alte und pflegebedürftige Menschen, die kaum oder keine Flüssigkeit zu sich nehmen können, benötigen gegebenenfalls eine Infusion. Daher sollte in solchen Fällen dringend der Hausarzt hinzugezogen werden. Zudem ist es in dieser Situation besonders wichtig, Lippen und Mundschleimhaut des Pflegebedürftigen regelmäßig mit einem feuchten Waschlappen zu befeuchten. Lassen Sie sich die korrekte Mundpflege am besten von einer ausgebildeten Pflegekraft zeigen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.07.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Pressemitteilung des Zentrums für Qualität in der Pflege: Sommerhitze birgt Gesundheitsrisiken: Ältere pflegebedürftige Menschen besonders gefährdet
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Bei großer Hitze: Ausreichend Flüssigkeit für Senioren
  • Deutsche Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung: DGE Praxiswissen: Trinken im Alter
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