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Hämorrhoiden: Ursachen und typische Beschwerden

Der Begriff Hämorrhoiden bezeichnet eine krankhafte Vergrößerung des Gefäßnetzes im Mastdarm. Da die Gefäße sehr dünnwandig sind, kann es schon durch leichte Verletzungen zu Blutungen kommen. Neben dem Schließmuskel dient dieses Gefäßnetz zur "Abdichtung" des Analkanals. Sind allerdings Hämorrhoiden vorhanden, funktioniert dieser Schließmechanismus nicht mehr vollständig und es kommt zu Sekretaustritt und Reizung der Analregion. Häufig bilden sich dadurch Ekzeme. Als weitere Komplikation können sich innerhalb der Hämorrhoidalknoten Blutgerinnsel bilden, die zu einer sehr schmerzhaften perianalen Thrombose führen.

Wie entstehen Hämorrhoiden?

Die häufigsten Ursachen von Hämorrhoiden sind neben einer genetischen Veranlagung Verstopfung und starkes Pressen bei hartem Stuhl. Durch starkes Pressen können die vergrößerten Blutgefäße einreißen und bluten, im Stuhl ist dann hellrotes Blut sichtbar. Sitzende Tätigkeiten, ballaststoff- und flüssigkeitsarme Ernährung begünstigen diese Prozesse. Ernährungswissenschaftler empfehlen daher, 2-3 Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt zu trinken. Bei Frauen entstehen Hämorrhoiden häufig während der Schwangerschaft oder unmittelbar nach der Geburt. Neben den veränderten hormonellen Bedingungen drückt die vergrößerte Gebärmutter auf den Enddarm und führt zu einem "Rückstau" des Blutes. Bei "normaler Hormonlage" bilden sich die Hämorrhoiden häufig wieder zurück.

Die Hauptsymptome bei Hämorrhoiden sind:
  • Blutungen (helles Blut im Stuhl)
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Brennen, Jucken und Nässen am After
  • Stuhlschmieren
  • Fremdkörpergefühl
  • Gefühl, den Darm nicht vollständig entleert zu haben.
Wichtig:
Wenn außerhalb des Darmes Knoten entstehen, handelt es sich um Blutergüsse oder Thrombosen von venösen Blutgefäßen. Die Beschwerden ähneln denen der Hämorrhoiden. Das Krankheitsbild Hämorrhoiden liegt jedoch nur vor, wenn die Mastdarmschwellkörper krankhaft verändert sind.

Man unterscheidet vier Krankheitsstadien:
  • Stadium 1: Die Gefäßpolster im Enddarm sind vergrößert, aber von außen nicht sichtbar. Es kommt leicht zu Blutungen.
  • Stadium 2: Die Gefäßknoten werden beim Pressen außen sichtbar, ziehen sich aber nach dem Stuhlgang spontan wieder zurück. Typisch sind Schmerzen beim Stuhlgang.
  • Stadium 3: Die Gefäßknoten ziehen sich nicht mehr selbst zurück. Sie können aber mit dem Finger zurückgeschoben werden. Ein starkes Fremdkörpergefühl entsteht. Manchmal geht unkontrolliert Stuhl ab (Stuhlinkontinenz) und es kann zu nässenden Ekzemen kommen.
  • Stadium 4: Die gut tastbaren Hämorrhoiden lassen sich nicht mehr zurückschieben, durch Thrombosierung können sehr schmerzhafte Knoten entstehen.
Entzündungshemmende Salben, Zäpfchen oder Sitzbäder lindern die Beschwerden. Im fortgeschrittenen Stadium sind häufig chirurgische Maßnahmen erforderlich. Zusätzlich sollte auf jeden Fall auf eine Stuhlregulation und ballaststoffreiche Ernährung geachtet werden-

Wichtig:

Hämorrhoiden sind zwar sehr häufig, jedoch gibt es noch zahlreiche weitere Veränderungen im Analbereich. Wenden Sie sich daher an einen Arzt, wenn ungewohnte oder lang anhaltende Beschwerden auftreten. Auch, wenn Sie wissen, dass sie unter Hämorrhoiden leiden, sollte bei Blut im Stuhl der gesamte Darm untersucht werden, um andere Ursachen für eine Blutung im Darm auszuschließen.


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