Medikamente in der Stillzeit

Wenn stillende Mütter Medikamente einnehmen müssen, haben sie oft Angst, dass diese Rückstände in der Muttermilch hinterlassen, die ihrem Baby schaden können. Die Wirkstoffe vieler Arzneimittel können tatsächlich in die Milch übergehen. Jedoch bedeutet das Einnehmen von Medikamenten nicht zwangsläufig, dass die Mutter abstillen muss. Das muss je nach verordnetem Medikament individuell entschieden werden.

Medikamente in der Stillzeit so gut es geht vermeiden

Als erstes sollte immer versucht werden, eine nichtmedikamentöse Therapie zu finden. So können bei Erkältungen zum Beispiel alte Hausmittel zum Einsatz kommen – etwa heiße Zitrone oder Wadenwickel bei Fieber. Auch Inhalationen können die Beschwerden lindern. Da es sich bei den üblichen Erkältungsmedikamenten in den meisten Fällen um Kombinationspräparate handelt, sind diese für stillende Mütter ungeeignet. Denn sie können schädliche Wirkstoffe enthalten. Daher ist bei einer medikamentösen Therapie immer ratsam, nur einen Wirkstoff einzusetzen, von dem auch bekannt ist, dass er für stillende Mütter unbedenklich ist.

Schmerzmittel in der Stillzeit: Paracetamol und Ibuprofen

Wenn eine Frau, die ihr Baby stillt, Schmerzmittel einnehmen muss, sollte sie lieber zu Paracetamol oder Ibuprofen als zu Acetylsalicylsäure greifen. Weitere Informationen und Rat zur Medikamenteneinnahme in Schwangerschaft und Stillzeit sind über das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie in Berlin erhältlich. Im Internet ist es unter www.embryotox.de erreichbar und auch für medizinische Laien zugänglich.

Grundsätzlich gelten homöopathische Mittel als unbedenklich, jedoch ist ihre Wirkung über den Placeboeffekt hinaus nicht wissenschaftlich bewiesen. Vorsicht bei Teezubereitungen und anderen pflanzlichen Heilmitteln: Der Wirkstoff kann hier zum Teil stark schwanken und häufig sind nicht alle Inhaltsstoffe bekannt. Psychopharmaka sollten stillende Mütter nur nach eingehender Beratung mit dem Arzt einnehmen. Zudem ist ratsam, sich über alternativen Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.05.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Berufsverband der Frauenärzte: Stillen bei Erkrankung (http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_stillen-bei-erkrankungen_1143.html)
  • Schweitzer, Dora (2012): Stillen
  • Guóth-Gumberger, Márta/Hormann, Elizabeth (2008): Stillen
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