Die richtige Ernährung in der Stillzeit

Stillende Frauen sollten sich ausgewogen und gesund ernähren. Denn ihre eigene Ernährung hat auch Einfluss auf die Nahrung ihres Kindes, also die Muttermilch. Zum Beispiel helfen gesunde pflanzliche Fette und fettreiche Seefische dabei, in der Muttermilch ausreichend hochwertige Fettsäuren bereitzustellen.

Frau mit Baby und Apfel © Thinkstock

Ernährung in der Stillzeit: Mehrbedarf an Jodid

Meeresfische wie Hering oder Lachs liefern zudem viel Jod. Dieses essentielle Spurenelement spielt eine wichtige Rolle für die körperliche und geistige Entwicklung des Babys. Aber auch die Mutter profitiert davon. Denn in Deutschland ist Jodmangel weitverbreitet, er kommt auch bei ansonsten guter Ernährung vor. Deshalb sollten Frauen während der Schwangerschaft und der Stillzeit zusätzlich Jod zu sich nehmen – das empfehlen Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

Jod liegt in Tabletten als Jodid vor. Schwangere Frauen und Mütter, die stillen, sollten täglich zwischen 230 und 260 Mikrogramm Jodid zuführen. Ein Großteil dieses Bedarfs können sie durch jodhaltige Lebensmittel decken – etwa durch die bereits erwähnten Seefische oder jodiertes Speisesalz. Fisch muss vorher jedoch unbedingt gut durchgebraten werden. Denn roher Fisch kann mit Keimen wie Listerien oder Toxoplasmose belastet sein. Sushi ist deshalb in der Schwangerschaft und der Stillzeit tabu.

Ernährung in der Stillzeit: Mehrbedarf an Folsäure

Auch Folsäure sollten Frauen während einer Schwangerschaft vermehrt zuführen. Die Empfehlungen der Fachgesellschaften gehen von einem täglichen Mehrbedarf von 400 Mikrogramm aus. Wenn es in der Schwangerschaft zu einem Folsäuremangel kommt, steigt das Risiko für Missbildungen wie Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte oder Spina bifida (auch als offener Rücken bezeichnet). Nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch in der Stillzeit sollten Frauen Folsäure ergänzen.

Vitamin D für das Baby

Zudem ist es sinnvoll, dem Baby im ersten Lebensjahr Vitamin D zuzuführen. Denn ein Mangel an diesem wichtigen Vitamin kann eine Störung des Knochenwachstums zur Folge haben. Zwar kann der Körper Vitamin D selbst bilden, dafür benötigt er jedoch Sonnenstrahlen. Da die Haut von Babys und Kleinkindern aber sehr empfindlich auf Sonnenstrahlen reagiert, sollte sie davor geschützt werden. Das fehlende Vitamin D lässt sich gut ergänzen: Ab dem fünften Lebenstag ist eine tägliche Vitamin-D-Gabe von 400 bis 500 Internationalen Einheiten üblich, die der Kinderarzt verschreibt. In der Regel bekommt das Kind das Vitamin D in Kombination mit Fluorid in Form einer Tablette verabreicht.

Vegetarische Ernährung in der Stillzeit

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, sich während der Stillzeit vegetarisch zu ernähren. In diesem Fall ist es jedoch erforderlich, dass die Mutter sich intensiv mit der richtigen Zusammenstellung der Nahrungsmittel beschäftigt. Sie sollte besonders darauf achten, dass es zu keinem Eiweiß- und Eisenmangel kommt. Sich während der Stillzeit vegan zu ernähren, ist dagegen nicht zu empfehlen. Denn durch eine vegane Ernährung riskiert die Mutter bleibende neurologische Schäden beim Säugling.

Das Vorurteil, dass Zitrusfrüchte und Kohl in der Stillzeit nicht auf dem Speiseplan der Mutter stehen sollten, gehört nach Ansicht vieler Kinderärzte eingemottet. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Kinder weder schneller wundliegen, wenn die Mutter Zitrusfrüchte verzehrt, noch Blähungen bekommen, wenn sie Kohl isst. Individuelle Unverträglichkeiten können jedoch bei vielen Nahrungsmitteln auftreten. Daher sollten stillende Frauen im Zweifelsfall immer einen Kinderarzt zurate ziehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.05.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Endokrinologie (APE) vom 12.07.2011: Vitamin D-Versorgung im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter
  • Schweitzer, Dora (2012): Stillen
  • Rösch, Ruth/Körner, Ute (2008): Ernährungsberatung in Schwangerschaft und Stillzeit
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