Rückbildungsgymnastik nach der Geburt

Hauptziel der Rückbildungsgymnastik ist es nicht, nach der Geburt wieder einen flachen Bauch zu bekommen – das ist eher ein positiver Nebeneffekt. Hauptsächlich dienen die Übungen dazu, den Beckenboden und die Bauchmuskulatur zu kräftigen. Denn während der Schwangerschaft wurden beide Muskelgruppen stark gedehnt und sollen durch die Rückbildungsgymnastik nun wieder ihre alte Form erhalten.

Mutter macht Gymnastik © Thinkstock

Rückbildungsgymnastik: Beckenbodenmuskulatur ist wichtig

An erster Stelle steht bei der Rückbildungsgymnastik das Training der Beckenbodenmuskulatur. Als unterer muskulärer Abschluss des Bauchraums ist sie ein wichtiges Stützorgan. Wenn der Beckenboden zu schwach ist, kann es zu einer Gebärmuttersenkung kommen. Daher sollte bei der Rückbildungsgymnastik zunächst auch nur dieser Bereich gestärkt werden. Erst nach ausreichendem Beckenbodentraining kommen die Bauchmuskeln dran. Denn wenn die Bauchmuskeln angespannt werden, erhöht sich der Druck im Bauchraum. Ist der Beckenboden zu schwach, kann er dem Druck nicht standhalten und dadurch sogar noch geschwächt werden.

Sechs bis acht Wochen nach der Geburt beginnen

Die meisten Mütter besuchen Kurse zur Rückbildungsgymnastik sechs bis acht Wochen nach der Geburt. Allerdings sollten sie schon zuvor damit beginnen, die Beckenbodenmuskulatur zu kräftigen: Einfache Übungen sind schon im Frühwochenbett möglich. Die Hebamme kann Tipps dazu geben. So kann man bereits gut vorbereitet in die erste Kursstunde starten. Außerdem gibt es auch Kurse für Rückbildungsgymnastik, die direkt mit dem Bauchmuskeltraining anfangen: Der Beckenboden sollte dafür schon genug gekräftigt sein. Täglich zehn Minuten Training reichen aus. Es ist besser, öfter am Tag nur kurz zu trainieren, als einmal am Tag für längere Zeit. Zudem ist es bei vielen Beckenbodenübungen möglich, diese in den Tagesablauf zu integrieren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.05.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Murkoff, Heidi / Mazel, Sharon (2012): Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen
  • Largo, Remo / Huch, Renate (2008): Schwangerschaft, Geburt & erste Baby-Monate
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