Der richtige Muttermilchersatz

Manche Mütter können nicht die empfohlenen vier bis sechs Monate oder gar nicht stillen. Für diese Fälle sind zahlreiche Muttermilchersatz-Präparate erhältlich. Bevor Eltern jedoch ihre Entscheidung für eine Ersatzmilch treffen, sollten sie sich ausführlich von einem Arzt beraten lassen. Denn nicht alle Milchersatzmittel eigenen sich für jedes Kind gleich gut.

Pre-Milch ist der Muttermilch am ähnlichsten

Für die ersten sechs Monate sollte die Wahl auf jeden Fall auf ein sogenanntes „Pre“-Präparat fallen. Denn dieser Muttermilchersatz ist in seiner Zusammensetzung der Muttermilch am ähnlichsten. Für den Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen gibt es gesetzliche Vorschriften. Diese Ersatzmilchen enthalten nur den auch in der Muttermilch vorhandenen Milchzucker.

Muttermilchersatz mit der Ziffer 1 kann Zucker enthalten

Auch Säuglingsmilchnahrungen mit der Ziffer „1“ sind als Muttermilchersatz erhältlich. Im Unterschied zur „Pre“-Milch enthält sie zusätzlich Stärke, wodurch sie eine sämigere Konsistenz bekommt. Manche Hersteller setzen dieser Art von Muttermilchersatz jedoch auch Haushaltszucker (Saccharose) und andere Kohlenhydrate zu. Für die Ernährung von Babys sind diese Zusätze aber überflüssig. Eltern sollten deshalb gezielt nach Produkten fragen, die frei von Haushaltszucker sind. So gewöhnen sie ihrem Baby nicht von Anfang an den Geschmack „süß“ an und können Zahnschäden an Milchzähnen vorbeugen.

Folgemilch mit der Ziffer 2 macht länger satt

Noch höher ist der Kohlehydratanteil in der Folgemilch mit der Ziffer „2“. Diese Folgemilch sollten Eltern ihrem Kind deshalb frühestens ab dem sechsten Monat, manchmal auch erst ab dem achten Monat geben. Säuglingsmilchnahrung, die viele Kohlenhydrate enthält, macht das Baby länger satt – unter anderem weil sie länger im Magen bleibt. Das Kind muss deshalb nicht so häufig trinken.

Darüber hinaus werden auch noch andere Säuglingsnahrungen angeboten: Spezialmilch, etwa für die Frühgeborenenernährung, Heilnahrung bei speziellen Indikationen wie Darmerkrankungen sowie hypoallergene Nahrung (HA-Säuglingsnahrung). Diese Produkte sollten Eltern ihrem Kind jedoch nur nach ärztlicher Empfehlung geben.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.05.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Monatszeitschrift Kinderheilkunde 7/2010: Säuglingsernährung und Ernährung der stillenden Mutter. Handlungsempfehlungen – Ein Konsensuspapier im Auftrag des bundesweiten Netzwerk Junge Familie
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Update Säuglingsernährung (http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1135)
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