Babys Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen

Durch die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder lassen sich frühzeitig Störungen der körperlichen, geistigen und sozialen Entwicklung erkennen und entsprechend behandeln. Die Untersuchungen zählen zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Für die Eltern besteht jedoch keine Pflicht, mit ihrem Kind zu diesen Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Allerdings ist ihnen die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen im eigenen Interesse dringend zu empfehlen.

Die Vorsorgeuntersuchungen U7a im 34. bis 36. Lebensmonat, U10 im siebten bis achten Lebensjahr, die U11 zwischen dem neunten und zehnten Lebensjahr und die J2 für Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren wurden später eingeführt. Die U7a müssen die Krankenkassen seit Januar 2008 bezahlen. Die U10, die U11 und die J2 übernehmen nicht alle Kassen. Eltern sollten sich deshalb vorher mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen. Bitte beachten Sie außerdem: Die Vorsorgeuntersuchungen U3 bis U9 müssen jeweils innerhalb bestimmter Altersgrenzen stattfinden, damit die Kasse die Kosten trägt – sonst werden die Leistungen als individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) abgerechnet. Diese Altersgrenzen finden Sie hier bei den Untersuchungen jeweils in Klammern.

Die Vorsorgeuntersuchungen im Überblick

  • U1 – 2. bis 4. Lebensstunde: Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung werden Probleme lebenswichtiger Funktionen aufgedeckt, bei denen sofort gehandelt werden muss. Es wird der kindliche Gesundheitszustand mit allen Sinnen beurteilt (Betrachten, Abhören und Abtasten des Säuglings).
  • U2 – 3. bis 10., spätestens 14. Lebenstag: In den meisten Fällen wird die U2 noch in der Klinik durchgeführt. Es handelt sich um eine besonders gründliche Untersuchung: Dem Säugling wird Blut zum Screening auf verschiedene angeborene, behandelbare Stoffwechselerkrankungen und Hormonstörungen entnommen. Außerdem untersucht der Arzt Organe, Geschlechtsteile, Haut und Knochen und überprüft die Reflexe des Nervensystems sowie die Verdauungstätigkeiten. Auch ein Neugeborenen-Hörscreening wird durchgeführt. Mit einem speziellen Haltegriff und mittlerweile oft mit einer Ultraschalluntersuchung wird das Hüftgelenk auf seine Funktionstüchtigkeit getestet. Zudem erhalten die Eltern Informationen zur Rachitisprophylaxe und zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstods.
  • U3 – 4. bis 5. (3. – 8.) Lebenswoche: Bei der U3 kontrolliert der Arzt die altersgerechte Entwicklung des Babys. Er testet Körperfunktionen, das Hörvermögen und die Reflexe. Zudem untersucht er bei dieser Vorsorgeuntersuchung noch einmal das Hüftgelenk mittels Ultraschall.
  • U4 – 3. bis 4. (2. bis 4,5.) Lebensmonat, U5 – 6. bis 7. (5. bis 8.) Lebensmonat, U6 – 10. bis 12. (9. bis 14.) Lebensmonat: Das Hauptaugenmerk liegt bei den Vorsorgeuntersuchungen U4 bis U6 auf der zeitgerechten körperlichen Entwicklung des Babys. So sollen zum Beispiel Bewegungsstörungen, Hör-und Sehstörungen aufgedeckt werden. Eltern sollten mit dem Arzt auch über die anstehenden Impfungen sprechen.
  • U7 – 21. bis 24. (20. bis 27.) Lebensmonat: Neben den allgemeinen Körperfunktionen wird bei der U7 auch die Sprachentwicklung untersucht.
  • U7a – 34. bis 36. (33. bis 38.) Lebensmonat: Bei dieser Vorsorgeuntersuchung geht es besonders darum, allergische Erkrankungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Sprachentwicklungsstörungen, Übergewicht, Zahn-, Mund- und Kieferprobleme zu erkennen und gegebenenfalls eine Behandlung einzuleiten.
  • U8 – 46. bis 48. (43. bis 50.) Lebensmonat: Der Arzt überprüft bei der U8 unter anderem die Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit des Kindes sowie dessen Reflexe, Muskelkraft, Hörtest, Aussprache und Zahnstatus.
  • U9 – 60. bis 64. (58. bis 66.) Lebensmonat: Die U9 ist die letzte Vorsorgeuntersuchung, bevor das Kind in die Schule kommt. Neben der körperlichen Untersuchung und dem Messen von Blutdruck, Gewicht, Körperlänge und Kopfumfang geht es in dieser Untersuchung um das Bewegungsverhalten und die geistige Entwicklung. Der Arzt testet das Sozialverhalten, die Intelligenz und das Sprachvermögen des Kindes und gibt ein Urteil über dessen Schulreife ab.
  • U10 – 7 bis 8 Jahre: Bei dieser Vorsorgeuntersuchung handelt es sich um eine zusätzliche Früherkennungsuntersuchung im Schulalter. Sie dient dazu, Lese- und Rechtschreibprobleme, aber auch körperliche Entwicklungsstörungen sowie Sozialisations- und Verhaltensstörungen frühzeitig zu erkennen. Zudem kontrolliert der Arzt die motorische Entwicklung und den Gesundheitszustand der Zähne.
  • U11 – 9 bis 10 Jahre: Bei dieser Vorsorgeuntersuchung überprüft der Arzt, ob Probleme bezüglich schulischer Leistungen und im Verhalten des Kindes vorliegen. Außerdem achtet er noch einmal auf Zahn-, Mund- und Kieferanomalien. Mit der U11 soll gesundes Verhalten gefördert werden: Der Arzt führt eine Ernährungs-, Medien- und Suchtberatung durch.
  • J1: 13 bis 15 Jahre: Die J1 dient dazu, noch einmal den allgemeinen Gesundheitszustand des Jugendlichen zu kontrollieren und den Impfstatus zu überprüfen. Zudem geht der Arzt in dieser Untersuchung auf die Themen Sexualität und Verhütung sowie Drogenmissbrauch, Ernährung (Magersucht und Übergewicht) und Rauchen ein.
  • J2 – 16 bis 18 Jahre: Bei dieser Vorsorgeuntersuchung wird vor allem Augenmerk auf eventuelle Probleme mit der Pubertät und der sich entwickelnden Sexualität gelegt. Aber auch Haltungsstörungen, die Schilddrüsenfunktion und Diabetes-Vorsorge werden thematisiert. Außerdem berät der Arzt den Jugendlichen bei der J2 zur Berufswahl.
Alle Kindervorsorgeuntersuchungen dokumentiert der Arzt in einem Untersuchungsheft, dem „Gelben Heft“. Es ist wichtig, dieses Heft zu jeder Vorsorgeuntersuchung mitzunehmen.

Impfungen im Baby- und Kindesalter

Bereits in den ersten Lebensmonaten bekommen Babys die ersten Impfungen. Gegen folgende Krankheiten wird im Baby- und Kindesalter geimpft:
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.05.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Christina Wiener, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Berufsverband der Kinderärzte: Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche (http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/show.php3?id=157&nodeid)
  • Deutscher Hebammenverband: Entspannt erleben: Babys 1. Jahr
  • Vivian Weigert (2011): Babys erstes Jahr
  • Dagmar von Cramm (2012): Unser Baby, das erste Jahr
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