Stimmt nicht!

In den ersten Wochen schälen sich die weichen Nägel von selbst ab.

Stimmt nicht!

In den ersten Lebensmonaten reicht warmes Wasser völlig aus.

Stimmt nicht!

Stößt ein Baby nach der Mahlzeit mal nicht auf, ist das ungefährlich.

Stimmt teilweise!

Zwar müssen sie auf wenig verzichten, sollten sich aber gesund ernähren.

Stimmt teilweise!

Fieber gehört zum Heilungsprozess. Ist es aber zu hoch, muss man es senken.

Stimmt nicht!

Manche ätherischen Öle können zum Beispiel allergische Reaktionen auslösen.

Stimmt nicht!

Die meisten Babys fangen erst nach dem ersten Geburtstag damit an.

Sieben Mythen rund ums Baby

Rund um das Thema Baby ranken sich jede Menge Mythen. Kein Wunder, schließlich finden sich gerade Eltern, die das erste Kind bekommen, in einer ganz neuen Situation wieder. Wie viel Wahrheit hinter den Baby-Mythen steckt, erfahren Sie hier.

Mythos 1: Babys muss man von Anfang an die Nägel schneiden

Eltern denken oft, sie müssten ihrem Baby von Anfang an die Nägel schneiden, damit es sich nicht kratzt. Doch in den ersten vier bis sechs Lebenswochen ist das normalerweise noch nicht notwendig. Die Nägel sind so weich, dass sie sich in den meisten Fällen von ganz allein abschälen.

Sollte sich Ihr Baby doch im Gesicht kratzen, können Sie seine Fingernägel vorsichtig kürzen – und zwar mit einer speziell abgerundeten Babynagelschere. Fingernägel sollten Sie entlang der natürlichen Biegung des Nagels schneiden, Zehennägel dagegen gerade – sonst besteht die Gefahr, dass sie einwachsen.

Mythos 2: Babys Haare muss man mit Babyshampoo waschen

Prinzipiell ist es in den ersten Lebensmonaten völlig ausreichend, wenn Sie Haare und Kopfhaut Ihres Babys gelegentlich mit warmem Wasser und einem weichen Waschlappen oder Schwamm reinigen. Zwar sind spezielle Babyshampoos besonders mild, verwenden sollten Sie diese jedoch erst, wenn das Haar ihres Kindes dichter wird.

Achten Sie darauf, bei der Pflege besonders vorsichtig zu sein, da die Fontanelle in dieser Lebensphase noch nicht komplett geschlossen ist. Außerdem sollten Sie die Haare Ihres Kinds nicht zu oft waschen, da sein Kopf in der ersten Zeit noch sehr kälteempfindlich ist.

Mythos 3: Bäuerchen nach jeder Mahlzeit muss sein

Das Bäuerchen nach der Mahlzeit dient dazu, die geschluckte Luft wieder loszuwerden und so Spucken und Verdauungsbeschwerden vorzubeugen. Stößt ein Baby aber mal nicht auf, ist das nicht gefährlich. Es hat während der Mahlzeit eventuell einfach nicht viel Luft geschluckt. Grundsätzlich gilt: Je hastiger das Baby trinkt, desto mehr Luft schluckt es, je ruhiger es trinkt, desto weniger Luft gelangt in den Bauch. Wenn Ihr Kind zum Beispiel beim nächtlichen Stillen an der Brust einschläft, müssen Sie es nicht für das Bäuerchen wecken, lassen Sie es lieber weiterschlafen.

Mythos 4: Stillende Mütter müssen aufpassen, was sie essen

Zwar kann es passieren, dass empfindliche Babys auf Lebensmittel wie Kohl und Zwiebeln mit Blähungen oder auf Zitrusfrüchte mit einem wunden Po reagieren. Jedoch sollten Sie deshalb nicht grundsätzlich darauf verzichten, denn den meisten Kindern machen sie gar nichts aus.

Vielmehr sollten Sie darauf achten, sich möglichst ausgewogen, vitamin- und mineralstoffreich zu ernähren. Denn: Der Vitamingehalt in der Muttermilch ist unmittelbar von der mütterlichen Vitaminversorgung abhängig. Mineralstoffe sind zwar immer ausreichend in der Muttermilch vorhanden, da sie aus dem Körperspeicher der Mutter kommen. Das kann jedoch auch bedeuten, dass die Mutter dadurch an einem Mineralstoffmangel leidet. Daher sollten Sie auch auf eine gute Mineralstoffversorgung achten – vor allem Kalzium, Zink und Jod.

Worauf Sie in jedem Fall verzichten sollten, sind Alkohol und Koffein. Denn die Substanzen gehen in die Milch über und können vom Säugling nur sehr langsam abgebaut werden. Achtung: Zum Beispiel auch in Tees, Cola oder Energydrinks steckt Koffein. Bestimmte Medikamente können ebenfalls in die Muttermilch übergehen und dann dem Baby schaden, deshalb sollten Sie jede Medikamenteneinnahme mit Ihrem Arzt besprechen.

Mythos 5: Fieber muss schnell bekämpft werden

Fieber ist eine Erste-Hilfe-Maßnahme des Körpers, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Durch die hohe Körpertemperatur werden Viren und Bakterien geschwächt. Deshalb sollte Fieber nicht grundsätzlich gesenkt werden – es gehört zum Heilungsprozess.

Zeigt Ihr Kind, dass es offensichtlich unter dem Fieber leidet, sich unwohl fühlt oder sogar Schmerzen hat, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann Ihnen fiebersenkende Mittel empfehlen, die für Ihr Kind geeignet sind. Auch Fieber, das länger als drei Tage dauert oder über 40 Grad Celsius steigt, sollte gesenkt werden.

Mythos 6: Ätherische Öle tun Babys gut

Bei Babys sollten Sie mit ätherischen Ölen vorsichtig sein, denn sie können zu allergischen Reaktionen führen, Atemwege oder Haut reizen und sogar Atemnot verursachen. Problematisch sind etwa Eukalyptus-, Thymian-, Kampfer- und Pfefferminzöl (Menthol). Deshalb sind zum Beispiel auch Inhalationsmittel, Einreibepräparate und Badeöle für Babys und Kleinkinder ungeeignet.

Mythos 7: Ein Kind muss mit einem Jahr laufen können

Zwar träumen viele Eltern von den ersten Schritten am ersten Geburtstag, die meisten Kinder fangen aber erst in den darauffolgenden Monaten zu laufen an. Sie müssen sich auch keine Sorgen machen, wenn Ihr Nachwuchs erst mit 18 Monaten das Laufen lernt – bis zu diesem Alter entspricht es einer normalen Entwicklung. Jedes Kind entwickelt sich individuell. Gerade besonders große und kräftige Kinder beginnen zum Beispiel meist später mit dem Laufen.

Verzichten sollten Sie auf Lauflerngeräte und Babyhopser: Sie behindern Kinder in der Bewegungsentwicklung und können dazu führen, dass sich Fehlhaltungen entwickeln. Außerdem bergen sie ein hohes Unfallrisiko.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.05.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten zur Anwendung von ätherischen Ölen (http://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen_und_antworten_zur_anwendung_von_aetherischen_oelen.pdf)
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte: „Babyküre“ (http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/contentkin/show.php3?id=55&nodeid=70)
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte: Flauschiges fürs Haar (http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/contentkin/show.php3?id=54&nodeid=70)
  • Weigert, Vivian (2011): Babys erstes Jahr
  • von Cramm, Dagmar (2012): Unser Baby. Das erste Jahr
  • von Cramm, Dagmar (2011): Richtig essen in Schwangerschaft und Stillzeit
  • Zukunft-Huber, Barbara (2010): Die ungestörte Entwicklung Ihres Babys