Die Zeit nach der Geburt

Die ersten Stunden und Tage nach der Geburt sind besonders wichtig für die Beziehung zwischen Mutter und Baby. Am liebsten würde die frisch gebackene Mutter ihr Kind jetzt die ganze Zeit im Arm halten und betrachten.

Mutter küsst Baby © Thinkstock
Entscheidend für den Aufbau einer Mutter-Kind-Beziehung ist neben vielen sozialen und psychischen Aspekten das „Bindungshormon“ Oxytocin. Es unterstützt diesen vielschichtigen Prozess auf körperlicher Ebene.

Oxytocin wird im Hypothalamus gebildet. Zum einen ist es verantwortlich dafür, dass die Wehen ausgelöst werden und die Milch beim Stillen einschießt. Zum anderen findet es sich auch bei besonders angenehmen Empfindungen wie etwa einem Orgasmus vermehrt im Blut. Bei Tieren soll dieses Hormon den Nestbautrieb fördern und bei Müttern das Bedürfnis, ihrem Kind liebevolle Zuwendung zu schenken.

Warum Berührung so wichtig für die Mutter-Kind-Beziehung ist

Oxytocin hängt mit der Empfindung von Geborgenheit, Entspannung und einem allgemeinen Wohlgefühl zusammen. Streichelt oder stillt die Mutter ihr Baby, wird das Hormon bei beiden vermehrt ausgeschüttet. Auf diese Weise fördert Oxytocin die Mutter-Kind-Beziehung. Im Übrigen lässt sich das Hormon auch bei Männern nachweisen. Jedoch ist noch nicht genau geklärt, welche Funktionen es bei ihnen im Detail erfüllt. Die bindungsfördernde Wirkung zeigt sich allerdings auch bei Männern.

Dennoch haben viele Mütter nach der Geburt mehr oder weniger stark mit dem sogenannten Babyblues – auch als „Heultage“ bezeichnet – zu kämpfen. Auf einmal überkommt sie ein Gemisch aus Verzweiflung, Befürchtungen und dem Gefühl, den Anforderungen und Aufgaben des Mutterseins nicht gewachsen zu sein. Die Frauen sind in dieser Zeit nach der Geburt sehr dünnhäutig, verletzlich und brechen scheinbar ohne Grund in Tränen aus. Dieses Stimmungstief vergeht in der Regel nach ein paar Tagen von selbst wieder.

Richtig abnehmen nach der Geburt

Ein wichtiges Thema für frisch gebackene Mütter ist, nach der Geburt möglichst schnell wieder abzunehmen. Dies gelingt durch gesunde Ernährung und Sport. Auch Stillen hilft dabei, abzunehmen. Denn stillende Mütter verbrennen täglich 500 Kalorien zusätzlich. Radikaldiäten und Diätpillen sind dagegen nicht der richtige Weg, um nach der Geburt Gewicht zu verlieren.

Die Gesundheit des Babys

Auch über die Gesundheit ihres Babys machen sich Eltern nach der Geburt besonders viele Gedanken. Ist alles in Ordnung mit meinem Kind? Entwickelt es sich altersgerecht? Beruhigend kann es für Eltern deshalb sein, in der ersten Zeit nach der Geburt die Hebammenhilfe in Anspruch zu nehmen. Außerdem sollten sie mit ihrem Baby zu Vorsorgeuntersuchungen gehen. Denn auch diese bringen Klarheit, ob das Baby gesund ist und sich seinem Alter entsprechend entwickelt.

Von gelegentlichen Infekten bleiben auch Säuglinge nicht verschont. Ihr Immunsystem muss sich erst noch aufbauen, um Krankheitserreger abwehren zu können. Häufig geht eine Erkältung bei Babys mit Fieber einher. Im Verlauf des Infekts können sie auch Schnupfen und Husten bekommen. Wenn Eltern bemerken, dass ihr Kind sehr schlapp, mitgenommen und kraftlos ist oder sich ganz anders verhält als gewohnt, sollten sie vorsichtshalber einen Kinderarzt aufsuchen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.05.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Murkoff, Heidi / Mazel, Sharon (2012): Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen
  • Largo, Remo / Huch, Renate (2008): Schwangerschaft, Geburt & erste Baby-Monate
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