Sport in der Schwangerschaft

Bei sportlicher Betätigung in der Schwangerschaft gilt: Auf das gesunde Maß kommt es an. Werdende Mütter sollten sich nicht völlig schonen. Verläuft die Schwangerschaft komplikationslos und beachtet die Schwangere einige Vorsichtsmaßnahmen, kann sie bestimmte Sportarten problemlos betreiben.

Schwangere macht Yoga © Thinkstock
Die Schwangerschaft ist natürlich keine Zeit für sportlichen Ehrgeiz, regelmäßige Bewegung ohne sich dabei zu überanstrengen wirkt sich jedoch positiv auf den Körper aus und kann sogar Schwangerschaftskomplikationen vorbeugen.

Vorteile von Sport in der Schwangerschaft

Der Körper schüttet beim Sport „Glückshormone“, sogenannte Endorphine, aus. Deshalb fühlt man sich nach der körperlichen Betätigung angenehm zufrieden. Wer regelmäßig Sport treibt, fühlt sich insgesamt kraftvoller und besser. Auch das Baby im Mutterleib spürt diese positiven Auswirkungen von Bewegung. Das Schaukeln im Bauch kommt der Entwicklung des Ungeborenen sogar zugute, denn dadurch wird sein Gleichgewicht gefördert. Schwangerschaften können insgesamt angenehmer verlaufen, wenn Schwangere ausreichend Sport und Bewegung in ihren Alltag integrieren. Denn Sport wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf den Körper aus:
  • Er verbessert die Durchblutung. Das ist gut für den gesamten Körper und auch das Baby profitiert davon, dass mehr Sauerstoff durch den Organismus strömt. Außerdem trägt eine gute Durchblutung dazu bei, dass alle Organe sowie der kindliche Organismus optimal mit Nährstoffen versorgt werden und alle Körperfunktionen reibungslos funktionieren.
  • Er kräftigt die Muskeln und sorgt auf diese Weise dafür, dass die Gelenke, die durch die Schwangerschaftshormone etwas an Festigkeit verlieren, besser gestützt und gehalten werden. Außerdem wird durch Sport der Rücken gestärkt. Dadurch kann die Schwangere den immer schwerer werdenden Bauch leichter tragen. Auch die Körperhaltung verbessert sich. Körperliche Betätigung in der Schwangerschaft greift der Rückbildungsgymnastik nach der Entbindung vor – die Gebärmutter kann sich später besser zurückbilden.
  • Typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Hämorrhoiden oder Wadenkrämpfen lässt sich durch Sport zumindest bis zu einem gewissen Grad vorbeugen.
  • Er hat eine ausgleichende Wirkung auf den Blutzuckerspiegel. Dieser kann in der Schwangerschaft leichter als normal aus dem Gleichgewicht geraten. Ist man sportlich aktiv, kann Insulin effektiver wirken. Wer über längere Zeit regemäßig Sport getrieben hat, besitzt mehr Rezeptoren für Insulin. Dadurch kann Glukose aus dem Blut leichter in die Körperzellen aufgenommen werden.
  • Er kontrolliert die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft, da Frauen, die es gewohnt sind, sich regelmäßig zu bewegen, mehr Muskulatur haben als unsportliche Frauen. Und mehr Muskelzellen verbrennen mehr Energie. Dadurch werden auch in Ruhe immer etwas mehr Kalorien verbraucht als bei Frauen mit weniger Muskelmasse. Auf diese Weise hilft Sport dabei, in der Schwangerschaft nicht über ein gesundes Maß hinaus zuzunehmen.
  • Er fördert die Verdauung. Viele werdende Mütter bekommen durch die Schwangerschaftshormone Probleme mit der Verdauung: Der Darm wird träge, es treten leichter Verstopfung und Völlegefühle auf. Durch regelmäßigen Sport wird auch die Bewegung des Darms gefördert und so seine Arbeit unterstützt.
  • Er macht Schwangere ausgeglichener, denn Sport kann Stress reduzieren. Die Endorphine, die bei der Bewegung ausgeschüttet werden, schaffen einen Ausgleich zu den Stresshormonen und bewirken ein gutes Gefühl, das über Stunden, häufig sogar den ganzen Tag anhält. Außerdem kann Sport das Vertrauen in den eigenen Körper stärken, was besonders in der Schwangerschaft hilfreich ist.
  • Er erleichtert die Geburt: Bei Frauen, die viel Sport treiben, verläuft die Geburt meistens leichter oder sie wird zumindest als weniger schmerzhaft empfunden. Zudem kommen sportliche Frauen nach der Entbindung schneller wieder auf die Beine.
  • Er senkt das Risiko für postnatale Depressionen. Frauen, die sportlich sind, bekommen nach der Entbindung seltener den sogenannten „Babyblues“.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.07.2012
  • Autor/in: vitanet.de; Nina Prell, Medizinredakteurin
  • Quellen: Berufsverband der Frauenärzte: Sport in der Schwangerschaft: Überanstrengung vermeiden (http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_sport-in-der-schwangerschaft-ueberanstrengung-vermeiden_176.html)
  • Murkoff, Heidi / Mazel, Sharon (2012): Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen
  • Largo, Remo / Huch, Renate (2008): Schwangerschaft, Geburt & erste Baby-Monate
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