Arztbesuche und Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft erbringt der Körper einer Frau Höchstleistungen. Manche körperliche Veränderung kommt für die werdende Mutter unerwartet und beunruhigt sie vielleicht. Treten Beschwerden auf, für die Frauenarzt oder Hebamme nicht der richtige Ansprechpartner ist – etwa bei einem Knochenbruch oder Zahnschmerzen – ist es notwendig, zu einem anderen Arzt zu gehen.

Schwangere mit Medikamenten in der Hand © Thinkstock

Bei Arztbesuchen immer auf Schwangerschaft hinweisen

Schwangere sollten nie vergessen, den behandelnden Arzt auf ihre Schwangerschaft hinzuweisen – vor allem wenn er sie nicht gut kennt und noch nicht offensichtlich ist, dass sie ein Kind erwartet. Denn manche Untersuchungen und eine Vielzahl von Medikamenten sind in der Schwangerschaft tabu, da sie für das Ungeborene gefährlich sind. Schwangere sollten außer Haus am besten immer ihren Mutterpass dabeihaben. Dann kann sich der Arzt schnell einen Überblick über den Stand der Dinge verschaffen und – wenn nötig – eine Therapie in die Wege leiten, die die Beschwerden lindern kann und vom Baby vertragen wird.

Vorsicht bei Medikamenten in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sollten Frauen ganz besonders vorsichtig mit Medikamenten sein. Denn nicht alle Medikamente, die für die Frau geeignet sind, sind auch gut für ihr Baby – manche Mittel können dem Ungeborenen sogar schwer schaden. Deshalb sollten werdende Mütter nie Medikamente einnehmen, ohne den verschreibenden Arzt vorher über die Schwangerschaft informiert zu haben.

Ohne Rücksprache mit dem Arzt sollten auch frei verkäufliche Medikamente nicht einfach eingenommen werden. Beispielsweise ist der Wirkstoff Acetylsalicylsäure, den viele frei verkäufliche Schmerzmittel enthalten, für Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel nicht geeignet. Selbstverständlich gelten diese Vorsichtsmaßnahmen auch für Naturheilmittel. Hat eine schwangere Frau bisher Medikamente eingenommen – vom Arzt verschriebene oder frei verkäufliche Mittel aus der Apotheke –, muss sie sich unbedingt mit ihrem Arzt absprechen, bevor sie diese weiter einnimmt.

Auf nicht unbedingt notwendige Medikamenteneinnahme verzichten

Prinzipiell gilt: Werdende Mütter sollten auf die Einnahme von Medikamenten verzichten, wenn sie nicht unbedingt notwendig ist. Stattdessen sollte versucht werden, eine nichtmedikamentöse Therapie als Alternative zu finden. Wenn bestimmte Beschwerden nur mit Medikamenten behandelbar sind, gibt es Arzneimittel, die für Schwangere geeignet sind, beziehungsweise Dosierungen, die dem Ungeborenen nicht schaden.

So zurückhaltend werdende Mütter generell mit Medikamenten sein sollten – ist die Einnahme von Arzneimitteln wirklich notwendig (etwa Antibiotika bei einer Infektion), muss die Behandlung unbedingt konsequent zu Ende gebracht werden. Denn sonst riskiert die Schwangere, bei einem möglichen Rückfall auf ein anderes, vielleicht weniger geeignetes Mittel ausweichen zu müssen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.07.2012
  • Autor/in: vitanet.de; Nina Prell, Medizinredakteurin
  • Quellen: Murkoff, Heidi / Mazel, Sharon (2012): Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen
  • Largo, Remo / Huch, Renate (2008): Schwangerschaft, Geburt & erste Baby-Monate
  • Stauber, Manfred / Weyerstahl, Thomas (2007): Gynäkologie und Geburtshilfe
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