Alkohol und Zigaretten in der Schwangerschaft

Im Normalfall gefährden Bier und Wein – in Maßen genossen – die Gesundheit nicht. Dies gilt jedoch nicht in der Schwangerschaft. Auch Rauchen ist in dieser Zeit tabu.

Alkohol in der Schwangerschaft schadet dem Kind

Ein Gläschen, das schadet doch nicht? Stimmt nicht. Grenzwerte, ab welcher Menge Alkohol für Mutter oder Kind gefährlich ist, sind zwar nicht bekannt. Dass Alkohol schädlich ist, ist jedoch zweifelsfrei erwiesen. Trinkt eine Frau in der Schwangerschaft regelmäßig Alkohol, kommt es öfter zu Fehlgeburten und die Babys haben ein niedrigeres Geburtsgewicht. Bei exzessivem Alkoholkonsum (vor allem Hochprozentiges) besteht sogar die Gefahr, dass das Kind mit Fehlbildungen geboren wird. Zudem wird der Fötus in seiner Entwicklung im Mutterleib beeinträchtigt. Häufig werden Störungen der Hirnreife erst im Kindergarten oder der Schule bemerkt. Schäden durch Alkohol in der Schwangerschaft können auch nach Jahrzehnten noch bestehen.

Über die Plazenta erreicht das Kind dieselbe Alkoholkonzentration im Blut wie die Schwangere. Für das Ungeborene ist das besonders gefährlich, da seine Leber den Alkohol noch nicht richtig abbauen kann. Deshalb gilt in der Schwangerschaft: 0,0 Promille.

Rauchen in der Schwangerschaft: Stress für das Baby

Rauchen schadet der Gesundheit, das ist bekannt und steht auf jeder Zigarettenpackung. Doch auch für das Ungeborene kann das Nikotin fatale Auswirkungen haben – das zeigen zahlreiche Studien. Durch die Plazenta kommt Nikotin direkt in das Blut des Kindes und schadet ihm sofort und unmittelbar: So verengt das Gift die Gefäße, behindert den Sauerstofftransport und kann Fehl-, Früh- oder Totgeburten verursachen. Bei Raucherinnen kommt es doppelt so oft zu Fehlgeburten und dreimal so oft zu Totgeburten wie bei Nichtraucherinnen. Zudem steigt das Risiko für den plötzlichen Kindstod bei Kindern von Raucherinnen um das Dreifache. Bereits fünf Zigaretten täglich schädigen das Kind sichtbar und messbar.

Niedriges Geburtsgewicht durch Rauchen in der Schwangerschaft

Eine weitere Folge des Rauchens in der Schwangerschaft ist ein zu niedriges Geburtsgewicht. Und das kann ernsthafte Auswirkungen haben: Werden Kinder mit weniger als 2,5 Kilogramm geboren, haben sie ein höheres Risiko, später einmal Diabetes Typ 2, zu hohen Blutdruck oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bekommen. Außerdem leiden sie öfter an Angststörungen und Depressionen als Babys mit normalem Geburtsgewicht. Deshalb ist jeder werdenden Mutter zu empfehlen, in der Schwangerschaft nicht zu rauchen: Jede Zigarette bedeutet für das Ungeborene im Mutterleib maximalen Stress.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.06.2016
  • Autor/in: vitanet.de; Nina Prell, Medizinredakteurin
  • Quellen: Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie (2011): Ernährung in der Schwangerschaft – Handlungsempfehlungen KOMPAKT
  • Berufsverband der Frauenärzte: Häufige Fragen: Alkohol (http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_haeufige-fragen-alkohol_196.html)
  • Pressemitteilung des Berufsverbands der Frauenärzte (02.05.2012): Schwangere sollten auch auf geringe Mengen Alkohol verzichten (http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_1175_schwangere-sollten-auch-auf-geringe-mengen-alkohol-verzichten.html)
  • Murkoff, Heidi / Mazel, Sharon (2012): Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen
  • Largo, Remo / Huch, Renate (2008): Schwangerschaft, Geburt & erste Baby-Monate
  • Stauber, Manfred / Weyerstahl, Thomas (2007): Gynäkologie und Geburtshilfe
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