Komplikationen bei der Geburt

Eine Frau, die während der gesamten Schwangerschaft gut betreut wurde und regelmäßig die Voruntersuchungen wahrgenommen hat, kann der Geburt grundsätzlich gelassen entgegensehen, denn der Großteil der Geburten verläuft gut. In den meisten Fällen lassen sich mögliche Komplikationen bereits vorher erkennen, sodass entsprechende Vorbereitungen getroffen werden können.

Erhöhtes Risiko für Komplikationen bei der Geburt durch Steißlage

Zwar bewegt und wendet sich das Kind auch in der Gebärmutter, jedoch wird das gegen Ende der Schwangerschaft mühsamer. Manchmal kommt es deshalb vor, dass das Baby in der Steißlage – auch Beckenendlage genannt – liegt. In den meisten Fällen dreht sich das Ungeborene von allein so, dass es sich pünktlich zur Geburt in der richtigen Position befindet – nämlich mit dem Kopf nach unten. Liegt das Kind bei der Geburt in Steißlage, hat es sich nicht rechtzeitig gedreht und tritt daher mit dem Po ins Becken der Mutter ein.

Warum es gelegentlich dazu kommt, ist nicht genau bekannt. Es gibt jedoch bestimmte Umstände, unter denen das Risiko für eine Steißlage erhöht ist – zum Beispiel bei einer sogenannten Placenta praevia (Plazenta verdeckt den Geburtskanal vollständig oder nur teilweise) oder bei Mehrlingsgeburten.

Risiken einer Geburt in Steißlage

Eine Geburt in Steißlage birgt ernste Risiken für Komplikationen:
  • Weil der Po des Kindes kleiner ist als sein Kopf, verschließt er den Geburtskanal nicht so gut. Die Nabelschnur kann daher „prolabieren“, also am Baby vorbeirutschen. Das wird dann als Nabelschnurvorfall bezeichnet. Wird die Nabelschnur abgedrückt, erreicht das Ungeborene kein Sauerstoff mehr. Passiert dies in der Austreibungsphase, ist es wichtig darauf hinzuarbeiten, dass es nicht länger als drei bis höchstens fünf Minuten dauert, bis der Kopf austritt, damit es beim Kind nicht zu bleibenden Schäden kommt.
  • Bei dieser Kindslage wird der Geburtskanal nicht so gut gedehnt wie bei einer normalen Geburt, bei der das Kind mit dem Kopf voran geboren wird.

Maßnahmen bei einer Steißlage

Um keine Risiken einzugehen, versucht der Arzt zunächst eine sogenannte äußere Wendung, also das Ungeborene vor dem Geburtstermin (in der 37. oder 38. Woche) zu drehen. Er massiert dazu sanft den Bauch der Schwangeren, um das Kind dazu anzuregen, die richtige Position für die Geburt einzunehmen. Als hilfreich gelten auch Wärme und Akupunktur.

Wenn diese Maßnahmen keine Wirkung zeigen, wird in den meisten Fällen rechtzeitig ein Kaiserschnitt durchgeführt. Bei guter Geburtsvorbereitung und wenn die Schwangerschaft normal verlaufen ist, kann jedoch auch eine vaginale Geburt möglich sein. Insbesondere gilt dies für Frauen, die bereits ein Kind entbunden haben. Voraussetzung für eine vaginale Geburt ist, dass es keine Frühgeburt ist, das Becken der Gebärenden ausreichend groß ist und das Baby schätzungsweise nicht mehr als vier Kilo wiegt.

Komplikation Schräg- oder Querlage

Nur selten verbleibt ein Baby in einer Lage, aus der es keinesfalls auf natürlichem Weg zur Welt kommen kann: Es liegt quer oder schräg in der Gebärmutter. Für das Ungeborene besteht in diesem Fall die zusätzliche Gefahr, dass die Plazenta nicht genügend durchblutet wird, um es ausreichend zu versorgen.

Maßnahmen bei einer Schräg- oder Querlage

Eine Schräg- oder Querlage lässt sich bei einer Ultraschalluntersuchung zuverlässig feststellen, sodass der Arzt rechtzeitig entsprechende Schritte einleiten kann. Er kann zunächst versuchen, das Baby in die richtige Lage zu bringen – jedoch erst dann, wenn aufgrund des Zeitpunkts und der Bedingungen auch ein Kaiserschnitt gemacht werden könnte. Dreht beziehungsweise lässt sich das Ungeborene nicht in die richtige Geburtsposition drehen, findet zwei bis drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ein Kaiserschnitt statt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.06.2016
  • Autor/in: vitanet.de; Nina Prell, Medizinredakteurin
  • Quellen: Murkoff, Heidi / Mazel, Sharon (2012): Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen
  • Largo, Remo / Huch, Renate (2008): Schwangerschaft, Geburt & erste Baby-Monate
  • Stauber, Manfred / Weyerstahl, Thomas (2007): Gynäkologie und Geburtshilfe