Wichtige Vitamine in der Schwangerschaft: Folsäure (Vitamin B9)

Folsäure, auch Vitamin B9 genannt, ist so bedeutend für die Entwicklung des Fötus, dass Experten Frauen empfehlen, bereits vor einer geplanten Schwangerschaft und noch bis zu zwölf Wochen nach der Empfängnis Folsäure-Präparate einzunehmen. Meist wird Folsäure sowieso nicht in den empfohlenen Mengen zugeführt. Dazu verdoppelt sich am Anfang der Schwangerschaft der Bedarf auf 0,6 Milligramm täglich.

Folsäuremangel kann Entwicklung des Fötus schwer stören

Wenn es zu Beginn der Schwangerschaft zu einem Mangel an Folsäure kommt, kann dies die fötale Entwicklung schwer stören. Zum Beispiel kann es zu einer Fehlgeburt oder einer Fehlbildung von Rückenmark und Gehirn – dem sogenannten Neuralrohrdefekt („offener Rücken“, Spina bifida) – kommen. Zudem steht ein Mangel an Folsäure in der frühen Schwangerschaft in Zusammenhang mit der Ausbildung einer Gaumenspalte sowie Entwicklungsstörungen des kindlichen Gehirns.

Auch auf die Schwangere hat ein Folsäuremangel Auswirkungen. Denn dieses Vitamin ist wichtig für die Bildung und Reifung der roten Blutkörperchen. Fehlt es, kann das zu einer Blutarmut (Anämie) führen.

In der Schwangerschaft zusätzlich Folsäure-Präparate einnehmen

Besonders viel Folsäure enthält zum Beispiel dunkelgrünes Blattgemüse wie Spinat oder Mangold sowie Kohl. Viel davon geht jedoch beim Kochen verloren. Frauenärzte und Hebammen empfehlen deshalb, jeden Tag zusätzlich Folsäure-Präparate einzunehmen, um die Gesundheit des Ungeborenen nicht zu gefährden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.06.2016
  • Autor/in: vitanet.de; Nina Prell, Medizinredakteurin
  • Quellen: Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie (2011): Ernährung in der Schwangerschaft – Handlungsempfehlungen KOMPAKT
  • Murkoff, Heidi / Mazel, Sharon (2012): Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen
  • Briese, Volker (2010): Ernährungsberatung in der Schwangerschaft
  • Largo, Remo / Huch, Renate (2008): Schwangerschaft, Geburt & erste Baby-Monate