Lebensmittel, auf die Schwangere verzichten sollten

Es gibt bestimmte Lebensmittel, die Frauen in der Schwangerschaft nur eingeschränkt verzehren oder auf die sie besser ganz verzichten sollten. Denn diese – beziehungsweise durch sie verursachte Lebensmittelinfektionen – können dem ungeborenen Kind schaden.

Sushi © Thinkstock

Fisch und Fleisch nicht halbgegart oder roh essen

Fleisch und Fisch gehören bei einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft auf den Speiseplan. Jedoch sollten sie vor dem Verzehr unbedingt gut durchgegart werden. Denn halbgare Produkte und rohe Speisen wie etwa marinierter, kaltgeräucherter Fisch (beispielsweise Forellenfilet oder geräucherter Lachs) und Sushi können mit Bakterien und Parasiten belastet sein – es kann zu Listeriose oder Toxoplasmose kommen. Deshalb sollten schwangere Frauen besser darauf verzichten.

Hecht, Rotbarsch, Aal, Thunfisch, Steinbeißer und Seeteufel sind in der Schwangerschaft zwar erlaubt, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BLV) rät jedoch, nicht zu oft zu diesen Fischen zu greifen, da sie mit Quecksilber belastet sein können.

Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten Frauen außerdem keine Leber essen, denn sie enthält sehr viel Vitamin A. Zwar ist Vitamin A wichtig für das Zell- und Gewebewachstum – vor allem für die Reifung der Lunge. Zu viel davon kann dem Ungeborenen jedoch schaden. In dieser Zeit sollten Schwangere ihren Vitamin-A-Bedarf deshalb über andere Lebensmittel wie Milchprodukte, Karotten oder grünblättriges Gemüse decken. Nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel ist Leber dann wieder erlaubt – jedoch nicht öfter als einmal wöchentlich.

Nur Produkte aus pasteurisierter Milch

Auch fettarme Milchprodukte und Eier sind für eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung in der Schwangerschaft unverzichtbar. Da Rohmilch jedoch Listerien enthalten könnte, essen Schwangere besser nur Produkte aus pasteurisierter Milch – also zum Beispiel keinen Brie, Camembert oder Blauschimmelkäse. Manche Hersteller produzieren diese Käsesorten jedoch auch aus pasteurisierter Milch. Im Allgemeinen erkennen Sie Rohmilchprodukte daran, dass die Verpackung mit dem Hinweis „mit Rohmilch hergestellt“ oder „aus Rohmilch“ versehen ist.

In Eiern können Salmonellen stecken. Daher sollten Frauen auch diese in der Schwangerschaft nicht roh verzehren. Rohes Ei ist zum Beispiel in selbstgemachter Mayonnaise, Tiramisu, Zabaione und Mousse au Chocolat enthalten.

Frisches Obst und Gemüse immer gut waschen

Gänzlich unbedenklich sind gegartes Obst und Gemüse. Wenn Schwangere Obst, Gemüse oder Salate jedoch roh essen möchten, sollten sie diese immer erst gründlich mit kaltem Wasser abwaschen oder schälen. Salat sollten sie außerdem immer aus frischen Zutaten selbst zubereiten. Denn abgepackte und vorgeschnittene Salate enthalten oft mehr Keime. Auch auf Salate aus Salattheken in Restaurants oder Gemeinschaftsverpflegungen verzichten Frauen in der Schwangerschaft besser. Denn bei diesen Salaten ist nicht klar, wie lange sie – oder die darin verarbeiteten Zutaten – bereits gelagert wurden. Dasselbe gilt für Feinkostsalate und Antipasti.

Auf bestimmte Getränke besser verzichten

Auch bei bestimmten Getränken ist in der Schwangerschaft Vorsicht geboten. So sollten Schwangere zum Beispiel nicht zu viel Koffein zu sich nehmen. Denn große Mengen davon können dem Fötus schaden. Koffein kann die Aufnahme von Eisen hemmen und die Blutgefäße verengen – das Fehlgeburtsrisiko erhöht sich mit steigendem Kaffeekonsum deutlich. Schwangeren Frauen wird deshalb empfohlen, nicht mehr als 300 Milligramm Koffein täglich zu sich zu nehmen – also höchsten drei Tassen Kaffee oder sechs Tassen Grün- beziehungsweise Schwarztee. Auch manche Sorten Cola und Energydrinks enthalten Koffein.

Frisch gepresste Säfte und Smoothies von Saftständen oder in der Gastronomie sollten Schwangere besser nicht trinken. Gegen selbst gepresste oder durch Pasteurisation beziehungsweise Sterilisation haltbar gemachte Säfte und Smoothies ist dagegen nichts einzuwenden.

Komplett verzichten müssen schwangere Frauen außerdem auf Alkohol. Denn: Das Kind trinkt immer mit. Schon geringe Mengen Alkohol können die geistige und körperliche Entwicklung des Kindes gefährden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.06.2016
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: aid Infodienst – Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz: Lebensmittelinfektionen vorbeugen (http://www.was-wir-essen.de/infosfuer/schwangerschaft_lebensmittelinfektionen.php)
  • aid Infodienst – Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz: Schützen Sie sich vor Lebensmittelinfektionen in der Schwangerschaft (http://shop.aid.de/_assets/downloads_free/346_2012_lebensmittelinfektionen_schwangerschaft_x000.pdf)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Ernährungsrisiken (http://www.familienplanung.de/schwangerschaft/gesundheit-und-ernaehrung/ernaehrungsrisiken/)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Ihr Baby trinkt immer mit. Verzichten Sie auf Alkohol in der Schwangerschaft (http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/schwangerschaft-und-stillzeit/alkohol-in-der-schwangerschaft/)