Schwangerschaft: Wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente

Was auf die meisten Vitamine (bis auf Vitamin D) zutrifft, gilt auch für Mineralstoffe und Spurenelemente: Wir müssen sie in ausreichender Menge mit der Nahrung aufnehmen – vor allem in der Schwangerschaft.

Eisen in der Schwangerschaft

Ein besonders wichtiger Mineralstoff für Frauen in der Schwangerschaft ist Eisen, denn es kann leicht zu einem Mangel kommen. Hauptsächlich braucht der Körper Eisen für die Blutbildung. Weil sich das Blutvolumen bei Frauen in der Schwangerschaft stark erhöht, benötigt die Schwangere etwa doppelt so viel von diesem Mineralstoff wie zuvor. Normalerweise liegt der Eisenbedarf bei zirka 15 Milligramm täglich, in der Schwangerschaft sind es dagegen etwa 30 Milligramm. Häufig schaffen es Schwangere nicht, so viel Eisen mit der Ernährung zuzuführen. Dann leiden sie unter den typischen Symptomen einer Blutarmut (Anämie).

Eisen steckt zum Beispiel in Fleisch, grünem Gemüse und Getreide. Jedoch hemmen zum Beispiel Kaffee und Tee die Aufnahme des aus pflanzlicher Nahrung gewonnenen Eisens. In jeder Apotheke sind Eisenpräparate als Tabletten oder Saft erhältlich. Am besten nimmt der Körper diesen Mineralstoff in nüchternem Zustand auf, jedoch verspüren manche dann ein leichtes Übelkeitsgefühl. Helfen können Kapseln, die sich erst im Dünndarm auflösen, nachdem sie den Magen bereits passiert haben. Diese Präparate kann der Frauenarzt verschreiben.

Schwangere können ihrem Organismus auch aktiv dabei helfen, Eisen aus der Nahrung besser aufzunehmen: Dafür sollten sie zu den Mahlzeiten einfach ein Glas Orangensaft trinken und Salate statt mit Essig mit Zitronensaft würzen. Denn das Vitamin C, das sowohl in Orangensaft als auch in Zitronensaft enthalten ist, unterstützt die Eisenaufnahme.

Kalzium in der Schwangerschaft

Der Fötus benötigt den Mineralstoff Kalzium für starke Knochen und gesunde Zahnanlagen. Was für viele Nährstoffe gilt – fehlt es der Mutter daran, fehlt es auch dem Kind – trifft auf Kalzium nicht in gleicher Weise zu: Das Kind nimmt sich, was es benötigt – im Notfall auch, indem es das Kalzium den Knochen der Mutter entzieht. Deshalb sollten Schwangere einem Kalziummangel unbedingt vorbeugen. Wie hoch der Bedarf an diesem Mineralstoff in der Schwangerschaft ist, ist jedoch umstritten – Empfehlungen liegen zwischen 1.000 und 1.500 Milligramm täglich.

Kalzium ist vor allem in Milch und Milchprodukten enthalten – ein Liter Milch täglich sind genug, um den Tagesbedarf zu decken. Alternativ können auch Joghurt, Quark oder Käse als Kalziumlieferanten dienen. Auch in Nüssen und Samen, Vollkornbrot, Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl, Fenchel, Salat (insbesondere Rucola) und Kräutern steckt jede Menge dieses Mineralstoffs. Pflanzliches Kalzium kann der Körper jedoch weniger gut verwerten als tierisches.

Werdende Mütter können Kalzium auch durch Mineralwasser oder angereicherte Fruchtsäfte zuführen. Sie sollten auf dem Etikett auf einen hohen Kalzium- und vorzugsweise niedrigen Natriumgehalt achten. Indirekt versorgen auch Spaziergänge im Freien den Körper mit Kalzium, denn das Sonnenlicht fördert die Bildung von Vitamin D, das wiederum eine wichtige Rolle bei der Kalziumaufnahme spielt.

Magnesium in der Schwangerschaft

Einer der wichtigsten Mineralstoffe während der Schwangerschaft ist Magnesium. Mangelt es der werdenden Mutter an diesem Mineralstoff, kann es zu frühzeitigen Wehen und zur Fehlgeburt kommen. Zudem steht Magnesiummangel im Verdacht, an der Entstehung von Präeklampsie und erhöhtem Blutdruck beteiligt zu sein. Deshalb sind zahlreiche Experten der Meinung, dass der für die Schwangerschaft offiziell empfohlene Mehrbedarf von zehn Milligramm täglich (statt 300 dann 310 Milligramm) viel zu niedrig angesetzt ist. Stattdessen empfehlen sie für schwangere Frauen eine Zufuhr von 450 Milligramm.

Viele Mineralwässer enthalten Magnesium. Außerdem steckt es in grünen Gemüsen, Weizenvollkornprodukten, Naturreis, Haferflocken und Bananen. Nehmen Schwangere Magnesiumpräparate ein, sollten sie zwei Stunden warten, bevor sie zusätzlich ein Eisenpräparat zuführen. Denn diese beiden Mineralstoffe blockieren sich sonst gegenseitig bei ihrer Aufnahme in den Körper.

Jodid in der Schwangerschaft

Deutschland zählt zu den jodärmsten Ländern der Welt. Daher ist es empfehlenswert, zum Kochen immer Jodsalz zu verwenden, um einem Jodmangel vorzubeugen. Ungefähr ab der zwölften Schwangerschaftswoche benötigt auch der Fötus Jodid. Eine ausreichende Jodzufuhr bewirkt, dass sich Schilddrüse, Gehirn und Knochen des Ungeborenen gesund entwickeln. Frauen müssen in der Schwangerschaft mindestens 230 Mikrogramm Jodid am Tag zuführen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät werdenden Müttern sogar zu einer Tageszufuhr von 250 Mikrogramm.

Es ist selbst durch die Verwendung von Jodsalz und den regelmäßigen Verzehr von jodhaltigem Fisch nicht immer möglich, einem Mangel vorzubeugen. Schwangere sollten daher mit ihrem Arzt sprechen, ob sie zusätzlich ein Jodpräparat einnehmen sollen. In den Mutterschaftsrichtlinien ist festgehalten, dass jede Frau in der Schwangerschaft über eine zusätzliche Jodidzufuhr von 100 bis 200 Mikrogramm (μg) pro Tag ärztlich beraten werden soll.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.06.2016
  • Autor/in: vitanet.de; Nina Prell, Medizinredakteurin
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Magnesium (http://www.dge.de/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=4&page=4)
  • Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie (2011): Ernährung in der Schwangerschaft – Handlungsempfehlungen KOMPAKT
  • Murkoff, Heidi / Mazel, Sharon (2012): Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen
  • Briese, Volker (2010): Ernährungsberatung in der Schwangerschaft
  • Largo, Remo / Huch, Renate (2008): Schwangerschaft, Geburt & erste Baby-Monate