Sprachtherapie

Die Sprachtherapie (Logopädie) umfasst zwei Behandlungsbereiche: Sprechstörungen (sogenannte Dysarthrien) und Störungen der Mitteilungsfähigkeit (Aphasien). Beide Störungen haben ihre Ursache in der Hirnschädigung durch den Schlaganfall und können auch zusammen auftreten.

Sprechstörungen werden aufgrund von Lähmungen der am Sprechen beteiligten Muskulatur ausgelöst. Die Folge ist, dass die Sprechbewegungen langsam und schwerfällig, die Sprechmelodie eintönig sowie die Sprechatmung unkoordiniert sein können. Die Störungen können so stark sein, dass eine Verständigung nur noch auf schriftlichem Wege möglich ist. Da die am Sprechen beteiligten Organe auch an der Nahrungsaufnahme beteiligt sind, fallen Schluckstörungen (Dysphagien) auch in diesen Therapiebereich. Die Behandlung ist sehr wichtig, da ein Eindringen von Nahrungspartikeln in den Atmungstrakt beim Schlucken schwerwiegende Erkrankungen (z. B. eine Lungenentzündung) nach sich ziehen kann.

Aphasien können das Verstehen und/oder die sprachliche Mitteilungsfähigkeit (auf mündlicher und schriftlicher Ebene) betreffen. Die Störung liegt im Gehirn, in dem Bezirk, der durch den Schlaganfall betroffen ist. Der "Sprechapparat" ist nicht geschädigt und die Sprechfähigkeit (siehe oben) ist erhalten. Die Verständigungsfähigkeit kann so stark beeinträchtigt sein, dass es den Betroffenen unmöglich ist, zu sagen, was sie möchten, oder andere Personen zu verstehen.

Der Patient muss lernen, wie er sich trotzdem mitteilen kann, so dass er von seiner Umwelt verstanden wird. Dafür kann man unter kundiger Anleitung Strategien einüben, z. B. einfache Formulierungen zu wählen. Über das Üben von Teilfähigkeiten, die noch erhalten sind, können gestörte Abläufe stimuliert und verbessert werden. So kann erreicht werden, dass der Betroffene sich möglichst gut verständigen kann.

Ziele und Aufgaben der Berufsgruppe Sprachtherapie
  • Therapiebezogene Diagnostik der einzelnen sprachlichen Leistungen (Lesen, Schreiben, hörend verstehen, mündlich ausdrücken)
  • Wiederherstellung der maximalen sprachlichen Kommunikationsfähigkeit der Patienten
  • Stimulieren gestörter Sprachleistungen über gezieltes Lernen von Teilleistungen
  • Erreichen der maximalen Aussprachedeutlichkeit durch Koordination der am Sprechen beteiligten Bereiche (Artikulation, Stimme, Atmung)
  • Erreichen der maximalen Sicherheit bei der selbständigen Nahrungsaufnahme durch Koordination der beim Essen beteiligten Bereiche (Mund-, Rachen- und Speiseröhrenphase)
  • Vermittlung praktischer Strategien (z. B. Sprechgeschwindigkeit drosseln, Trennen verschiedener Konsistenzen beim Essen, Nachschlucken)
  • Aufklärung und Beratung von Angehörigen zum Umgang mit Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.05.2010
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: I. Füsgen: Der ältere Patient, Urban und Schwarzenberg, 1995
  • T. Nikolaus: Klinische Geriatrie, Springer Verlag 2000
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