Geriatrische Tagesklinik kann Pflegebedürftigkeit verhindern

Wer einen Schlaganfall erlitten hat, erreicht nach einiger Zeit ein Stadium, in dem eine akut-stationäre Behandlung im Krankenhaus nicht mehr nötig ist: Er kann beispielsweise mit Hilfe eines Vierrad-Rollators wieder kurze Strecke gehen und sich mit Unterstützung einer Pflegekraft waschen und ankleiden. Das Sprechen klappt inzwischen wieder ganz gut, auch wenn seine Sprache noch recht verwaschen klingt. Doch wie soll es weitergehen?

Wo ältere Patienten wieder selbstständig werden

Die geriatrische Tagesklinik stellt in Fällen wie diesem eine sinnvolle Lösung dar. Diese teilstationäre Versorgungsform ist ideal für Patienten, die nicht mehr stationär behandelt werden müssen, aber mehr als die ambulante Behandlung, etwa in einer physiotherapeutischen Praxis oder beim Hausarzt, benötigen. Die Tagesklinik bietet die Chance, die Potenziale etwa durch intensive Physiotherapie und Ergotherapie weiter auszuschöpfen. So wird der Schlaganfall-Patient am Ende der Behandlung möglicherweise allein zur Toilette gehen, sich selbst ankleiden und ohne Hilfsmittel laufen können. Das bedeutet: Die Tagesklinik fördert die Selbstständigkeit und kann Pflegebedürftigkeit verhindern.

Jeden Tag Physiotherapie und Ergotherapie

Die Tagesklinik hat gegenüber der akutstationären Behandlung zwei entscheidende Vorteile: Der Patient erhält viel mehr Therapien; außerdem hat er die Möglichkeit, das Erlernte zu Hause gleich zu erproben, da er die Nacht und die Wochenenden grundsätzlich zu Hause verbringt. Zeigen sich Probleme in den eigenen vier Wänden kann der Patient gleich am nächsten Tag zusammen mit dem therapeutischen Team Lösungen entwickeln.

Die Tagesklinik unterscheidet sich aber auch von der ambulanten Reha. Vor allem ist die medizinische Behandlung intensiver: So können etwa aufwendige Wunden behandelt werden, auch findet täglich eine Visite statt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.05.2010
  • Autor/in: Ralf Eberhard, Diplom-Sozialpäpagoge und Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Kuratorium Deutsche Altershilfe: Hilfe und Pflege im Alter zu Hause, 1997
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