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Traubensilberkerze, Soja und Rotklee: Was es zu bedenken gibt

Seit sich die Negativmeldungen zur Hormonersatztherapie (HET) häufen, werden Phytoöstrogene immer beliebter. Sie stehen in dem Ruf, wirksam und zugleich arm an Nebenwirkungen zu sein. Die meisten Gynäkologen stimmen dem zu - allerdings mit gewissen Einschränkungen.

Kein Krebsrisiko durch Cimicifuga-Präparate



Cimicifuga sind offenbar eine gute Alternative zur klassischen HET. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler von der Abteilung Klinische und Experimentelle Endokrinologie der Universität Göttingen nach einer Analyse verschiedener Studien zu Phytoöstrogenen (Der Gynäkologe 10/2002). Die Extrakte haben eine ganze Reihe positiver Eigenschaften.

Sie:
  • verringerten in klinischen Studien Intensität und Häufigkeit der Hitzewallungen
  • verbessern Schlaf, Stimmung und vaginale Trockenheit
  • lindern Muskel- und Gelenkschmerzen
  • fördern den Knochenaufbau
  • haben in Tierexperimenten den Blasenwandtonus erhöht - sie können darum möglicherweise einer Harninkontinenz vorbeugen
  • wirken nicht auf die Uterusschleimhaut (Endometrium), d.h.: Sie erhöhen nicht das Risiko für Gebärmutterkrebs
  • führen wahrscheinlich zu keinem erhöhten Risiko für Brustkrebs.


Auf Funktionsstörungen der Leber achten



Ganz problemlos sind allerdings auch Präparate aus Traubensilberkerze nicht: Die englische Aufsichtbehörde MHRA (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) vermutet, dass Cimicifuga die Leber schädigen kann. Sie rät deshalb Frauen, die ein Traubensilberkerze-Präparat einnehmen, auf Symptome einer Lebererkrankung zu achten. Zu diesen zählen eine Gelbfärbung der Haut und der Skleren (Augenhornhaut), dunkel gefärbter Urin, Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit, Schwäche, Bauchschmerzen und Appetitverlust. Wichtig ist auch, dass die Frauen ihren Hausarzt und Gynäkologen über die Einnahme informieren.

Vorsicht vor hochdosiertem Rotklee und Soja



Auch die populären Isoflavone-Präparate aus Soja und Rotklee bergen gewisse Gefahren:
  • In Tierexperimenten und an einigen klinischen Fällen hat sich gezeigt, dass Isoflavone eventuell das Risiko für Gebärmutterkrebs erhöhen können.
  • Ob sie die Knochen schützen, ist nicht geklärt: Tierexperimente sprechen dafür, doch in der Klinik gibt es widersprüchliche Befunde.
Besonders eine unkontrollierte und hochdosierte Selbstmedikation mit Isoflavonen kann sich als schädlich erweisen, warnen die Göttinger Wissenschaftler. "Denn Isoflavone sind stark wirksame Substanzen mit bislang noch nicht ausreichend definierten Wirk- und Nebeneffekten."

Sojaprodukte durchaus sinnvoll



Vor allem helfen Isoflavone meistens nicht gegen Hitzewallungen, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen. Allerdings haben die Göttinger Wissenschaftler eine Studie gefunden, die belegt, dass Sojaextrakt und Sojaprotein bei den typischen klimakterischen Beschwerden durchaus wirksam sind. Dieser Widerspruch lässt sich möglicherweise dadurch erklären, dass für diese günstige Wirkung andere, noch nicht identifizierte Sojainhaltsstoffe als die Isoflavone verantwortlich sind. Soja-Produkte können also durchaus wirksam sein. Dr. Gabriele Gossing, Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Charité empfiehlt ihren Patienten darum auch, z.B. Tofu und Sojamilch in ihrer täglichen Ernährung zu berücksichtigen.


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