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Kneippgüsse lindern Stress im Klimakterium

Füße in einer BadewanneSich morgens kaltes Wasser über den Körper laufen zu lassen - das erfordert Überwindung. Doch gerade in den Wechseljahren lohnen sich die leicht selbstquälerisch anmutenden Anwendungen nach Pfarrer Kneipp oftmals: Die Temperaturreize können gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche helfen, zudem härten sie gegen Stress ab.

Kalte Güsse versetzen den Körper in Stress - dies ist deutlich an der beschleunigten Atmung zu bemerken. Die Aufregung wirkt sich auch der Hormonhaushalt aus: Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin steigen kurzfristig an. Wer regelmäßig kalte Güsse anwendet, gewöhnt seinen Körper somit an Stress. Das wappnet gegen Stress ganz allgemein, meint Dr. Bernhard Uehleke vom Lehrstuhl Naturheilkunde der Charité in Berlin. Frauen, die in den Wechseljahren regelmäßig kalte Güsse anwenden, bleiben darum vermutlich ruhiger, wenn z.B. Probleme mit Ehemann oder Kindern auftreten.

Mit kalten Güssen gegen Hitzewallungen



Eine Stressabhärtung kann auf Umwegen auch gegen Anpassungsstörungen der Gefäße (vasomotorische Beschwerden) helfen: Schließlich werden Hitzewallungen und Schweißausbrüche oftmals durch Stress gefördert. Fällt der Faktor Stress weg, kann dies auch also auch vasomotorische Symptome lindern.

Auch Wechselgüsse sind empfehlenswert: Sie trainieren die Gefäße und können so die Wärmeregulation verbessern, was sich günstig auf Hitzewallungen auswirkt.

Damit die Güsse ihren Zweck erfüllen, gibt es einiges zu beachten:
  • Den kalten Guss nur wenige Sekunden anwenden: Die Haut sollte danach rosa aussehen, zudem muss zu spüren sein, wie sie sich angenehm wieder erwärmt. "Wer danach fröstelt, hat etwas falsch gemacht", sagt Uehleke.
  • Das Wasser muss richtig kalt sein - wenn es nur lauwarm ist, entsteht kein ausreichender Temperaturreiz.
  • Auch eine kalte Dusche kann einen Temperaturreiz auslösen - doch der Reiz ist intensiver, wenn man den Duschkopf abschraubt und einen richtigen Guss vornimmt.

Wer kalte Güsse abschreckend findet, dem bleiben einige Alternativen:
  • Eine Sauna trainiert ebenfalls die Wärmeregulation.
  • Gegen Schweißausbrüche empfehlen Kneipp-Ärzte auch Salbeitee.
  • Warme Bäder rufen zwar keine Abhärtung hervor: Sie wirken aber entspannend und somit mittelbar auch gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche.
  • Kneipp-Ärzte empfehlen zum Stressabbau in den Wechseljahren außerdem Atemtherapie und Muskelentspannung nach Jakobson.


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