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Hormonersatztherapie: nur noch Negativmeldungen

Ausgeschnittene Zeitungsschlagzeilen zum Thema HormonersatztherapieNoch vor wenigen Jahren war die Hormongabe Standardtherapie bei Wechseljahresbeschwerden: Die Hormonersatztherapie (HET) hatte nicht nur den Ruf, gegen typische Wechseljahresbeschwerden zu wirken: Es hieß, sie senke auch das Risiko für Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Demenz. Inzwischen wird die HET nur noch selten verschrieben. Was führte zu ihrem Rückgang?

Erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Kombinationspräparate



Skepsis auf breiter Front brach aus, als im Juni 2002 die US-amerikanische Studie Womans Health Initiative (WHI) mit rund 16.000 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren beteiligt waren. Es zeigte sich, dass die HET das Risiko für Brustkrebs erhöhte. Die Million Women Study der Universität Oxford (Großbritannien) von 2003 bestätigte dieses Ergebnis.

Studie: Hormontherapie schlecht für Herz, Kreislauf und Gehirn



Das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenembolie steigt ebenfalls durch eine HET, ergab die WHI-Studie. Ein Studienarm der WHI-Studie machte 2003 außerdem deutlich: Die Gefahr von Hirnleistungsstörungen erhöht sich durch die Kombinationspräparate etwa um den Faktor 2.

Die WHI fördert allerdings auch Positives zu Tage: Darmkrebs und Gebärmutterkrebs sowie Osteoporose treten bei der HET etwas seltener auf. Nach Einschätzungen von Experten wiegen diese Vorteile die Nachteile aber nicht auf.

Durch die HET ergeben sich pro 10.000 Frauen jährlich:
  • 8 zusätzliche Brustkrebsfälle
  • 7 zusätzliche tödliche und nicht-tödliche Herzinfarkte
  • 8 zusätzliche Schlaganfälle
  • 18 zusätzliche Thromboembolien - davon 8 Lungenembolien
  • 6 Darmkrebsfälle weniger
  • 5 Oberschenkelhalsbrüche weniger.
Ob während einer HET Nebenwirkungen wie Brustkrebs oder Schlaganfall auftreten, hängt vor allem auch vom Alter der Patientin sowie von Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht ab.


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