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Wie entsteht Schmerz?

Schmerzen sind ein Alarmsignal des Körpers. Diese Warn- und Schutzfunktion trifft auf alle akuten Schmerzen zu.

Der schädigende Einfluss kann von "außen" kommen:
  • elektrisch (z.B. Stromschlag)
  • mechanisch (z.B. Nadelstich)
  • chemisch (z.B. Verätzung)
  • thermisch (z.B. Verbrennung)
oder in unserem Körper entstanden sein, z.B. durch:
  • Entzündungen
  • Koliken
  • Durchblutungsstörungen.
Überall im Körper befinden sich im Gewebe spezialisierte Sinneszellen, "kleine Schadensfühler", die so genannten Nozizeptoren. Sie nehmen den schmerzauslösenden Reiz auf (Schmerzerkennung) und wandeln die Schmerzinformation in eine elektrische Nachricht um. Über Nervenfasern wird die Information in Form von elektrischen Impulsen zur nächsten Umschaltstelle, dem Rückenmark, weitergeleitet (Schmerzleitung).

Dort findet die erste Verarbeitung statt. Ohne Beteiligung des Gehirns, d.h. unwillkürlich, kommt es sofort zu Befehlen an die betroffenen Gewebe (Muskel, Drüsen, Gefäße) in "der Krisenregion". War etwa der Schmerzauslöser z.B. eine Kerzenflamme, so ziehen wir die Hand reflexartig zurück.

Über aufsteigende Nervenbahnen wird die Botschaft zusätzlich ans Gehirn gesendet. In den verschiedenen Gehirnregionen (Zwischenhirn, Endhirn) findet schließlich die Auswertung des Warnsignals statt. Dadurch kommt es zum bewussten Schmerzerleben. Das bis dahin noch neutrale Signal wird in eine unangenehme Empfindung umgewandelt. Typischerweise kommt es zeitgleich zu einer zentral gesteuerten Veränderung z.B. der Herz-Kreislauffunktion. Vertiefte Atmung, beschleunigter Herzschlag, steigender Blutdruck, aber auch Schweißausbrüche und Angst kennen wir alle als Begleiter von akuten Schmerzen. Im Gehirn findet auch die Schmerzverarbeitung statt. Nach dem Motto "ein gebranntes Kind scheut das Feuer" können wir aus Schmerzerfahrungen lernen.

Auf die Entstehung von chronischen Schmerzen lässt sich dieses Erklärungsmodell allerdings nicht mehr anwenden. Sie haben ihre Ursache losgelöst von der ursprünglichen Signalfunktion und sind Ausdruck eines gestörten Schmerzerkennungs- und Schmerzleitungssystems.


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