Verantwortungsvolle Medikamenteneinnahme im Alter

Nur wer um die Risiken einer schlecht abgestimmten Medikation weiß, wird seinen Umgang mit Medikamenten überdenken. Ohne die Mitwirkung des Patienten kann der Arzt die medikamentöse Therapie trotz noch so großer Umsicht nicht sicher gestalten.

Wichtig ist es, dem behandelnden Arzt alle Medikamente und Arzneimittel zu nennen, auch die, die nicht rezeptpflichtig sind. Teilen Sie ihm auch alle Veränderungen und Beschwerden mit, die Sie bemerken. Viele Nebenwirkungen können vermieden werden, wenn Sie sich an die Einnahmeempfehlungen ihres Arztes halten und um eine verständliche Erklärung bitten, wenn Sie Fragen zum Medikament oder zur Medikamenteneinnahme haben. Entscheidend für den Therapieerfolg ist Ihre Mitarbeit: Auch eine gut angepasste Arzneimitteltherapie bleibt ohne Erfolg, wenn Sie die Tabletten unregelmäßig oder gar nicht einnehmen. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt ist daher genauso wichtig wie die Umsicht und das Wissen des Arztes.

Zu warnen ist besonders vor der sorglosen Mitbenutzung von Medikamenten anderer Familienmitglieder. Auch nicht-verschreibungspflichtige Medikamente ohne vorherige Absprache mit dem behandelnden Arzt einzunehmen, kann zu bedrohlichen Neben- und Wechselwirkungen führen, zum Beispiel zwischen Schmerzmitteln und Blutdruckmedikamenten.

Missbrauch von Medikamenten und Arzneimittelsucht

Nicht nur die unregelmäßige, sondern auch die übermäßige Einnahme von Medikamenten kann im Alter ein Thema sein. So finden sich insbesondere Abführmittel am häufigsten auf dem Medikamentenplan älterer Menschen. Im Alter sind viele besonders auf ihre Verdauung konzentriert. Mangelnde Bewegung, die Einnahme vieler verschiedener Medikamente und nicht ausreichendes Trinken können zu Schwierigkeiten beim Stuhlgang führen. 
Viele ältere Menschen leiden unter anderem an Schlafstörungen, Verdauungsproblemen, Ängsten oder Verspannungen. Häufig sind die Ursachen psychische Probleme. Die dagegen verschriebenen Medikamente können allerdings abhängig machen. Dazu gehören:

Hilfe durch Angehörige

Angehörige kennen den Patienten und seine Lebensumstände oft besser als der Arzt und können dem Arzt zusätzliche Informationen geben. Sie können auch auf Probleme oder Geschehnisse aufmerksam machen, über die der Patient selber nicht mit seinem Arzt sprechen möchte oder die er selbst für nicht so wichtig erachtet.
Als Angehöriger können Sie mit darauf achten, ob Probleme im Zusammenhang mit Medikamenten auftreten und oft auch helfen sie zu lösen: Sie können zum Beispiel bei Verständnisschwierigkeiten oder Sehschwäche den Beipackzettel vorlesen und erklären oder bei der Entnahme von kleinen Tabletten aus der Packung behilflich sein. Sie können die Tabletten für den nächsten Tag oder die Woche bereitstellen und das Verfalldatum der Medikamente prüfen. Beipackzettel und Anwendungsbeschreibung sollten Sie aufmerksam lesen und den Patienten auffordern, sich daran zu halten. Wenn Fragen aufkommen, sollten Sie auf keinen Fall eigenmächtig die Medikamente und die Einnahmeempfehlungen des Arztes verändern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.10.2011
  • Autor/in: Dr. med. Beate-Maria Effertz, Ärztin, Charité, Universitätsmedizin Berlin; Dr. med. Beate-Maria Effertz, Ärztin, Charité, Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet;
  • Quellen: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Band 38, Supp.1. September 2005, S. 45-48
  • Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Themenschwerpunkt: Arzneimittelbehandlung im Alter. Band 38 Heft 3, Juni 2005
  • K. U. Mayer und P. B. Baltes: Berliner Altersstudie, Akademie Verlag 2002
  • Renteln-Kruse: Medizin des Alterns und des alten Menschen, Steinkopff Verlag 2004
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