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Medikamente können Demenz verzögern

Eine optimale Behandlung der Demenz beruht auf zwei Säulen: der medikamentösen und der psychologisch orientierten Therapie. Die Kombination beider Therapieformen verzögert nicht nur den geistigen Abbau, sondern sichert dem Betroffenen ein hohes Maß an emotionalem Wohlbefinden trotz Demenz.

Mittel der Wahl zur Behandlung der Gedächtnis- und Denkstörungen der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Krankheit sind Acetylcholinesterase-Hemmer (Donepezil, Rivastigmin, Galantamin). Diese Substanzen können den Abbauprozess nachweislich im Durchschnitt um etwa neun Monate hinauszögern. Zur Behandlung mittelschwerer und schwerer Formen der Alzheimer-Krankheit ist Memantin zugelassen. Unter Beachtung der Gegenanzeigen haben sowohl die Acetylcholinesterase-Hemmer als auch das Memantin wenige Nebenwirkungen. Die medikamentöse Einstellung ist deshalb ambulant möglich. Alle anderen auf dem Markt befindlichen Präparate haben bislang keine überzeugenden Belege für ihre Wirksamkeit erbracht.

Medikamente wirken offenbar auch bei vaskulärer Demenz

Im Falle einer vaskulären Demenz - also einer Demenz, die vor allem durch Gefäßschäden verursacht wurde - ist eine konsequente Behandlung der Risikofaktoren notwendig. Dazu gehören der Verzicht auf das Rauchen, die Behandlung eines erhöhten Blutdruckes und erhöhter Fettstoffwechsel- und Blutzuckerwerte sowie die Reduktion von Übergewicht. Das Gefäßsystem ist bei einer vaskulären Demenz aber bereits derart geschädigt, dass die Behandlung - ähnlich wie bei der Alzheimer-Demenz - nur noch eine gewisse Verlangsamung des Abbauprozesses bewirken kann. Mittlerweile gibt es viele Hinweise darauf, dass Acetylcholinesterase-Hemmer auch bei vaskulärer Demenz und Mischformen von Alzheimer-Krankheit und vaskulärer Demenz erfolgreich eingesetzt werden können. Eine Zulassung für diese Indikation ist zu erwarten.

Depression, Angst, Wahnvorstellungen und Aggressivität als häufige Begleitsymptome fortschreitender Demenzen können ebenfalls eine medikamentöse Behandlung erfordern. Da bestimmte Substanzen aber eine Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit und parkinsonähnliche Symptome verursachen können, ist bei der Auswahl besondere Sorgfalt geboten.


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