Demenz: Die Angehörigen sind gefragt
Dennoch kann die Erkrankung die pflegenden Angehörigen an die Grenze ihrer Belastbarkeit bringen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Erkrankte intensive Unterstützung bei der Körperpflege benötigt, sein Verhalten schwierig ist, der Tag-Nacht-Rhythmus gestört oder eine dauerhafte Beaufsichtigung erforderlich ist. Auch wenn der Demenzkranke sich selbst oder andere gefährdet, wird die Situation für die Familie oft zermürbend.
Vor allem das unkontrollierte Verhalten im fortgeschrittenen Stadium macht den Angehörigen zu schaffen: Die Selbstständigkeit nimmt immer mehr ab, Vereinbarungen sind kaum noch möglich, Hilfen werden nicht angenommen, Ratschläge nicht beachtet. Gespräche scheinen sinnlos zu werden. Vorwurfsvolles und aggressives Verhalten wechseln mit Antriebslosigkeit und völliger Passivität. Das Essen und Trinken und die Kontrolle der Körperfunktionen gehen verloren. Spätestens dann ist es für Angehörige unerlässlich, sich helfen zu lassen.
Hilfreich ist das Hinzuziehen professioneller Pflege durch ambulante Pflegedienste, die Inanspruchnahme einer regelmäßigen Beratung über den Umgang mit der Erkrankung, aber auch der Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen. Es gibt auch die Möglichkeit, den Betroffenen zeitweilig tagsüber eine Tagespflegestätte besuchen zu lassen. Oft ist es ab einem bestimmten Stadium der Demenz nicht vermeidbar, den Erkrankten dauerhaft in einem Pflegeheim versorgen zu lassen.
Es ist für den Angehörigen wichtig, die eigene Gesundheit im Blick zu behalten. Denn es nützt dem Demenzkranken wenig, wenn der Angehörige durch die aufreibende Pflege so krank wird, dass er sich plötzlich überhaupt nicht mehr um den Betroffenen kümmern kann. Der Demenzkranke würde in einer solchen Situation enorme Verlustängste erleiden.
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