Darm- und Harnblasenentleerung

Wie Probleme entstehen – und sich mindern oder verhindern lassen

Die Darm- und Harnblasenentleerung sind ganz natürliche und selbstverständliche Bestandteile des täglichen Lebens. Meist treten sie erst dann ins Bewusstsein, wenn etwas nicht mehr richtig funktioniert.

Probleme mit der Darm- und Harnblasenentleerung gelten als Tabuthemen. Neben den körperlichen kommen auch noch psychische Probleme hinzu. Denn: Viele Betroffene trauen sich nicht, über ihre Probleme zu sprechen und ziehen sich zurück.

Verschiedene Ursachen – verschiedene Störungen

Die Darm- und Harnblasenentleerung können durch viele verschiedene Umstände und Krankheiten und auf viele verschiedene Weisen gestört sein. Während auf der einen Seite ganz natürliche Veränderungen im Alter dazu führen, dass man den Urin nicht mehr so lange halten kann, führen auf der anderen Seite verschiedene Erkrankungen zu Problemen. 

Beispielsweise kann es durch eine gutartige Prostatavergrößerung bei Männern zum sogenannten Harnverhalt kommen, bei dem die Harnblase nicht mehr vollständig entleert werden kann. Langsam wird somit die Harnblase an ihre Füllungskapazität geführt, bis sie im späten Stadium überläuft. Folge ist eine Harninkontinenz. Außerdem leiden viele ältere Menschen unter Verstopfung oder auch Durchfall. Diese und viele weitere Störungen können im Extremfall eine Stuhlinkontinenz verursachen.

Doch nicht nur direkte Probleme mit der Darm- und Harnblasenentleerung wie etwa Inkontinenz können eine spezielle Pflege erfordern. Sind pflegebedürftige Menschen anderweitig körperlich eingeschränkt oder gar bettlägerig, brauchen Sie häufig Hilfe bei der Darm- und Harnblasenentleerung.

Probleme behandeln und verhindern – mit Beobachtung und Prophylaxe

Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang müssen nicht tatenlos hingenommen werden. Oft kann etwas dagegen unternommen werden. Deshalb ist es wichtig, dass – gerade bei älteren pflegebedürftigen Menschen – sowohl die Urin- wie auch die Stuhlausscheidung genau beobachtet wird. Treten Veränderungen auf, etwa bei Häufigkeit des Stuhl- oder Harndrangs, bei Farbe, Aussehen, Geruch oder Menge? Dann sollte ein Arzt zurate gezogen werden. Er kann anhand der Beobachtungen und verschiedener Untersuchungen eine Diagnose stellen und eine geeignete Therapie einleiten.

Außerdem können prophylaktische Maßnahmen vermeiden, dass Probleme überhaupt entstehen. Sehr viele ältere Menschen neigen beispielsweise zu Verstopfung. Sie sollten sich gemäß ihrer Möglichkeiten ausreichend bewegen, eine ballaststoffreiche Ernährung zu sich nehmen und viel trinken. Um einer Inkontinenz vorzubeugen, kann Beckenbodentraining eingesetzt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2014
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Köther, Ilka (2011): THIEMEs Altenpflege; 3. Auflage
  • Bundesministerium für Gesundheit: Pflegen zu Hause – Ratgeber für die häusliche Pflege (2012): http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Publikationen/Pflege/Broschueren/Broschuere__Pflegen_zu_Hause_Ratgeber_fuer_die_haeusliche_Pflege.pdf