Organspende nach dem Tod

Nur mit rechtlicher Grundlage

Die Zustimmung zu einer Organspende nach dem Tod muss vom Spender schriftlich festgehalten worden sein. Der Organspender muss dazu zu Lebzeiten – zum Beispiel per Organspendeausweis – einer Organentnahme schriftlich zugestimmt haben. Liegt keine schriftliche Zustimmung vor, können die Angehörigen über eine Entnahme entscheiden. Entscheidungsgrundlage ist der ihnen bekannte oder der mutmaßliche Wille des Verstorbenen.

Der Hirntod

Für die Organspende nach dem Tod ist gesetzlich festgelegt, dass der Spender nach klinischen Gesichtspunkten tot sein muss. Als Tod definieren die Medizin und der Gesetzgeber den „endgültigen, nicht behebbaren Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms“. Dieser sogenannte Hirntod muss vor der Organentnahme von zwei unabhängigen, erfahrenen Ärzten nach den Richtlinien der Bundesärztekammer zur Hirntod-Diagnostik festgestellt worden sein. Ein alleiniger Herz-Kreislauf-Stillstand reicht nach deutschem Recht und dem derzeitigen Erkenntnisstand der Wissenschaft nicht aus, um eine Organentnahme vornehmen zu können. Außerdem dürfen die beiden Ärzte nicht dem organentnehmenden oder dem  transplantierenden Team angehören.

Die Organentnahme

Nach Feststellung des Hirntodes halten die Ärzte den Kreislauf des Spenders durch eine Intensivbehandlung mit maschineller Beatmung stabil, um die Organe weiterhin mit Sauerstoff zu versorgen und eine erfolgreiche Organentnahme durchführen zu können. Nach der Entnahme können die Organe in einer speziellen kalten Lösung mehrere Stunden transplantationsfähig gehalten werden. Der Transport erfolgt dann in speziellen keimfreien Behältern.

Für jede Organtransplantation gilt: Je früher desto besser.

Je kürzer der Zeitraum zwischen der Organentnahme, dem Transport und der Einpflanzung ist, desto größer sind die Erfolgschancen.
Organe, die sich für eine Organspende nach dem Tod eignen, sind:
  • Nieren
  • Leber
  • Bauchspeicheldrüse
  • Herz/Herzklappen
  • Lunge
  • Dünndarm
  • Augen
  • Gewebe, zum Beispiel Augenhornhaut (Cornea)
  • Gehörknöchelchen
  • Blutgefäße (Venen/Arterien)
  • Knochengewebe
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.05.2015
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Arbeitskreis Organspende
  • Deutsche Stiftung Organtransplantation
  • Bundesverband der Organtransplantierten e.V
  • Eurotransplant (http://www.eurotransplant.org/)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Kurz & knapp – die wichtigsten Informationen zur Organ- und Gewebespende (https://www.organspende-info.de/kurz-knapp)
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