Diagnostik der diabetischen Retinopathie

Wenn bei einem Patienten Diabetes mellitus Typ 2 diagnostiziert wird, sollte er sich im Anschluss augenärztlich untersuchen lassen. Bei der Untersuchung wird überprüft, ob sich bereits eine diabetische Retinopathie (diabetische Netzhauterkrankung) entwickelt hat. Das ist bei bis zu einem Drittel der Patienten der Fall. Zudem kann der Arzt feststellen, welches Stadium die Krankheit erreicht hat.

Zu Beginn der Untersuchung wird der Augenarzt Sie ausführlich befragen (Anamnese). Hilfreich ist, wenn Sie Ihren Gesundheitspass Diabetes zum Augenarzt mitnehmen. So erhält er schnell alle notwendigen Informationen über Ihre Diabeteserkrankung. Sie sollten Ihrem Augenarzt bei der ersten Untersuchung auf jeden Fall mitteilen,
  • seit wann Sie an Diabetes leiden,
  • wie Ihr Blutzucker eingestellt ist (HbA1c-Wert),
  • ob weitere Krankheiten bei Ihnen diagnostiziert wurden,
  • welche Medikamente Sie einnehmen,
  • ob Sie an Unverträglichkeiten oder Allergien leiden,
  • welche Sehstörungen Sie bemerkt haben,
  • ob bei Ihnen eine Beeinträchtigung des Farbsehens vorliegt,
  • welche Ängste und Sorgen Sie im Umgang mit der Krankheit haben.
Nach der Anamnese werden mithilfe von Tropfen die Pupillen erweitert, damit der Arzt den Augenhintergrund untersuchen kann. Wenn nötig, führt er eine Fluoreszenzangiografie durch, bei der er Farbstoff in eine Vene spritzt, der dann durch die Gefäße im Augenhintergrund fließt. So werden Veränderungen der Blutgefäße und aufgequollenes Gewebe gut sichtbar.

Anschließend bestimmt der Augenarzt die Sehschärfe. Zudem wird mit einem Stereomikroskop der vordere Augenabschnitt untersucht. Gegebenenfalls ist auch eine Messung des Augeninnendrucks notwendig.

Häufig verwendet der Augenarzt bei der Untersuchung einen speziellen Dokumentationsbogen. Bitten Sie ihn am besten um eine Kopie des Bogens, damit Sie diese an den Arzt (Hausarzt oder Diabetologe) weiterreichen können, der Ihre Langzeitbetreuung übernimmt. Außerdem sollten Sie mit Ihrem Augenarzt besprechen, in welchen Abständen Sie zur Kontrolluntersuchung kommen sollen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.03.2012
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2010): Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes, Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen, Langfassung.
  • Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2009): PatientenLeitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes, Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen.
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