Behandlung bei Zöliakie (gluteninduzierter Enteropathie): Glutenfreie Ernährung

Die einzige Behandlungsmöglichkeit bei Zöliakie ist eine Ernährungsumstellung auf eine glutenfreie Diät, die lebenslang beibehalten werden muss. Das bedeutet für den Betroffenen und oft auch seine Familie eine radikale Umstellung der Essgewohnheiten. 

Dass die Umstellung vielen schwer fällt und mit dem Verzicht auf manche Lieblingsspeise verbunden ist, liegt auf der Hand. Aber nur, wenn die glutenfreie Ernährungsweise strikt eingehalten wird, kann sich die entzündete und abgeflachte Darmschleimhaut regenerieren, sodass die Nährstoffe aus der Nahrung wieder normal verwertet werden können.

Ernährungsumstellung lindert Zöliakie-Symptome meist schon nach wenigen Tagen

Meist bessern sich Durchfälle und das Allgemeinbefinden schon wenige Tage nach der Ernährungsumstellung auf glutenfreie Nahrungsmittel. Es dauert aber längere Zeit, bis Betroffene völlig beschwerdefrei sind. Wenn die Schleimhaut stark beeinträchtigt ist, leiden manche Patienten zusätzlich an einer Laktoseintoleranz. Auf Milch und Milchprodukte muss der Betroffene dann ebenfalls vorübergehend verzichten. Hat sich die Dünndarmschleimhaut erholt, bereiten Milchprodukte aber meist keine Beschwerden mehr.

Behandlung: Glutenfreie Diät sollte streng eingehalten werden

Auch wenn manche Zöliakie-Patienten nach der Regeneration der Darmzotten den mäßigen Verzehr glutenhaltiger Kost vertragen, raten Experten dringend dazu, die glutenfreie Diät genau einzuhalten. Eine strenge Nahrungsumstellung ist auch deshalb notwendig, weil eine unbehandelte Zöliakie mit einem erhöhten Risiko für Tumorerkrankungen des Verdauungstraktes und Lymphdrüsenkrebs einhergeht. Die Schwierigkeit besteht darin, im Alltag die „erlaubten“ glutenfreien Nahrungsmittel von den glutenhaltigen und damit „verbotenen“ zu unterscheiden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.03.2017
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE): Zöliakie (2010): http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/068-018_S1_Zoeliakie_12-2009_12-2014.pdfDeutsche
  • Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V., www.dzg-online.de
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung