Zöliakie und Sprue: Diagnosestellung

Besteht die Vermutung, dass Zöliakie oder Sprue vorliegt, wird nach einer gründlichen Untersuchung zunächst bestimmt, ob Antikörper gegen Gliadin (Bestandteil von Gluten) vorhanden sind. Ein negativer Antikörpertest schließt aber eine Glutenunverträglichkeit nicht ganz aus. Nur eine Dünndarmbiopsie kann die Diagnose Zöliakie sichern.

Gewebeprobe für die Stellung der Diagnose bei Zöliakie

Für die Biopsie werden während einer Magen-Darm-Spiegelung winzige Gewebeteile der Schleimhaut entnommen und anschließend feingeweblich untersucht. Findet sich dabei im Mikroskop die typische Abflachung der Darmzotten, steht die Diagnose fest.

Bei Kindern kann die für die Zöliakie-Diagnostik benötigte Gewebeprobe mittels einer Kapsel gewonnen werden, die mithilfe einer dünnen Sonde bis in den Dünndarm vorgeschoben wird. Dort werden dann durch eine kleine Öffnung winzige Gewebestückchen eingesaugt. Heutzutage wird eine Gewebeprobe aber meist im Rahmen einer Spiegelung von Magen und oberem Dünndarm gewonnen. Dies ist für die jungen Patienten oft weniger belastend und hat unter anderem den Vorteil, dass der Untersucher den Ort der Probeentnahme sehen und gezielt auswählen kann.

Die freiverkäuflichen Zöliakie-Selbstschnelltests können derzeit noch kein sicheres Ergebnis liefern. Einen Besuch beim Arzt ersparen sie also nicht.
Info
Wichtig: Eine glutenfreie Ernährung sollte immer erst nach einer Dünndarmbiopsie begonnen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.06.2013
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE): Zöliakie (2010): http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/068-018_S1_Zoeliakie_12-2009_12-2014.pdf
  • Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V., www.dzg-online.de
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