Therapie des Zervikalsyndroms

Die Therapie des Zervikalsyndroms (HWS-Syndrom) zielt vor allem darauf ab, die verspannte Muskulatur zu lockern und so die Schmerzen zu beseitigen. An erster Stelle stehen bei den meist unkomplizierten Nackenschmerzen krankengymnastische Übungen (Physiotherapie) und weitere Maßnahmen, die der Patient selbst durchführen kann – zum Beispiel Wärmeanwendungen. Auch eine psychotherapeutische Behandlung ist in vielen Fällen hilfreich.

Sollten jedoch diese Mittel nicht ausreichen und der Patient nach eingehender Beratung weitere Schritte wünschen, stehen dem Arzt zusätzliche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Meistens liegen jedoch bisher keine wissenschaftlich abgesicherten Wirknachweise, die über den Placeboeffekt hinausgehen, für die einzelnen Maßnahmen vor. Oft liegt der Therapieerfolg solcher Maßnahmen im engen Arzt-Patienten-Verhältnis begründet. Dies ist natürlich wünschenswert, aber rechtfertigt nicht in jedem Fall invasive Maßnahmen wie beispielsweise die Injektion von Medikamenten. Jede invasive Therapie kann auch Komplikationen wie Infektionen und Verletzungen von anderen Geweben verursachen.

Möglichkeiten der Behandlung im Überblick

Bei schmerzhaften Muskelverspannungen spritzt der Arzt bei der sogenannten Quaddeltherapie ein Medikament unter die Haut der betroffenen Stelle. Dieses wirkt schmerzlindernd und entspannt die Muskulatur. Diese Behandlung sollte mit einer physiotherapeutischen Therapie kombiniert werden.

Mittels manueller Massage kann ein Therapeut die verspannten Muskeln ertasten und die Verspannungen lösen. Die Massage wird häufig mit einer Wärmebehandlung wie Rotlichtbestrahlung oder Wärmepackungen kombiniert. Gelegentlich werden beim Zervikalsyndrom auch Manipulationen wie die Chirotherapie durchgeführt. Auch hier wird empfohlen, die Behandlung mit Physiotherapie zu kombinieren.

Die sogenannte Iontophorese ist eine Reizstrombehandlung, bei der geringe Mengen muskelauflockernder Medikamente mittels elektrischen Stroms in das Gewebe eingebracht werden. So werden die Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule gelindert. Die Ultraschallbehandlung erzeugt durch Schalldruck eine „Mikromassage“, die Muskelverhärtungen auflockert. Für diese Maßnahmen liegen bisher keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit vor, die über den Placeboeffekt hinausgehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.09.2014
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule
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