Zervikalsyndrom (HWS-Syndrom): Ratgeber und Selbsthilfe

Örtliche Wärmeanwendungen bringen Linderung beim Zervikalsyndrom (Schulter-Nacken-Schmerzen), vor allem wenn man sie gleich zu Beginn der Schmerzen durchführt. Die Wärme entkrampft die Muskulatur und löst so Verspannungen. Wärmende Pflaster, Cremes, Bäder und Co können Sie zu Hause selbst anwenden.

Frau mit Hanteln © Thinkstock

Übungen: Sport und Muskelaufbau bei Rückenschmerzen

Voraussetzung Nummer eins für einen gesunden Rücken ist eine kräftige Muskulatur. Besonders beim Zervikalsyndrom (HWS-Syndrom) sind Bewegung und sportliche Aktivität für eine dauerhafte Heilung wichtig. Gleichzeitig sollten Sie darauf achten, dass nicht jede Sportart für Menschen mit Rückenbeschwerden und insbesondere Halswirbelsäulenbeschwerden gleich gut geeignet ist. Auch ist es von Bedeutung, ob Sie ein geübter Sportler oder ein Anfänger sind. Wenn Sie bereits seit vielen Jahren eine Sportart ausüben, können Sie ungünstige Bewegungen leichter vermeiden, als untrainierte Personen mit Rückenschmerzen, die erst mit der Sportart beginnen wollen.

Im Alltag den Rücken entlasten

Ob bei der Arbeit am Computer, einer Maschine oder im Haushalt, ob im Sitzen oder Stehen: Eine gesunde Körperhaltung bei der Arbeit hilft Ihnen, Rückenbeschwerden zu vermeiden und vorzubeugen. Doch nicht nur tagsüber wird Ihr Rücken belastet. Die richtige Schlafposition, in der die Wirbelsäule entlastet wird, ist für einen gesunden, schmerzfreien Rücken von großer Bedeutung.

Übungen gegen Rückenschmerzen

Gezielte Übungen bauen Rückenmuskulatur auf und lockern hartnäckige Muskelverspannungen. Ein regelmäßiges Trainingsprogramm lindert die Schmerzen und hilft, dass die Beschwerden nicht wiederkehren.

Wir haben für Sie effektive und einfache Rückenübungen für zu Hause zusammengestellt.

Entspannung gegen den psychischen Stress

Sind neben den mechanischen Auslösern wie beispielsweise die Arbeit am PC, Stress und Konflikte die Ursache Ihrer Verspannungen, helfen verschiedene Techniken, besser mit dem Stress umzugehen. Löst sich die innere Anspannung, lösen sich auch Ihre Verspannungen.

Autogenes Training

Autogenes Training hilft, in Stresssituationen die innere Anspannung zu bewältigen und wieder zur Ruhe zu kommen. Kurse werden von Volkshochschulen, Vereinen oder Krankengymnasten angeboten.

Yoga
Yoga fördert ebenfalls die innere Ruhe und stärkt gleichzeitig Rücken und Nacken. Mit gezielten Übungen kann der Umgang mit Stress erleichtert werden.

Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

Die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson kann Verspannungen abbauen, die durch zu starke Anspannung entstanden sind. Neben Rückenschmerzen gelten die Übungen als hilfreich gegen Kopfschmerzen, Magen- und Darmprobleme sowie viele andere Beschwerden. Die Jacobson-Methode soll helfen, den Schmerz besser zu bewältigen, die Durchblutung verbessert sich und das körperliche und seelische Wohlbefinden steigt.

Wasser hilft heilen

Eine Bäderbehandlung – vor allem im Thermalbad – entspannt Muskulatur und kann psychischen Stress lindern. Wenn Sie sich überlegen, eine Bäderbehandlung durchzuführen, sollten Sie sich vorher mit Ihrem Arzt absprechen. Die Behandlung wirkt sehr intensiv auf den gesamten menschlichen Körper und den Kreislauf, sodass sie nur nach einer gründlichen Untersuchung vom Arzt verordnet wird.

Unproblematischer und einfach zu Hause durchzuführen sind dagegen Bäder in der Badewanne – zum Beispiel mit Fichtennadel-Badezusatz. Auch sie führen zu einer Verbesserung der Durchblutung. Ein wohltuendes Bad hilft Ihnen, nach einem stressigen Arbeitstag Ihre Muskeln zu entspannen und gleichzeitig zur Ruhe zu kommen.

Medikamente

Bei einem einfachen Zervikalsyndrom ist es nicht zu empfehlen, Medikamente einzunehmen. Sind die Beschwerden spontan entstanden, so klingen sie von alleine wieder ab.

Leiden Sie unter chronischen Beschwerden, werden die Verspannungen wahrscheinlich wiederkehren, solange die eigentliche Ursache nicht beseitigt ist. Ein schmerzlinderndes oder muskelentspannendes Präparat nützt deshalb nur für Stunden. Bei längerfristiger Anwendung wachsen die Gefahren unerwünschter Nebenwirkungen auf Magen, Leber, Niere und Blutbild.

Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie Medikamente gegen das Zervikalsyndrom einnehmen möchten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.09.2014
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
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