Zervikalsyndrom (HWS-Syndrom): Folgeerkrankungen

Besteht die erhöhte Muskelspannung beim Zervikalsyndrom (HWS-Syndrom) über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte unbehandelt, dann verändert sich die Stellung der Halswirbelkörper zueinander.

Während die Halswirbelsäule bei Gesunden eine leichte Hohlschwingung (Lordose) beschreibt, zieht die verspannte Muskulatur die Wirbelkörper in eine gerade, gestreckte Position oder sogar in einen Rundrücken (Kyphose). Der Radiologe spricht bildlich von einer Kamelhalsstellung.

Die Wirbelsäule ist nicht auf diese Formveränderung eingestellt, da die Bandscheiben und die Wirbelgelenke ihre Aufgabe am besten in einer leichten Hohlschwingung erfüllen können. Eine gestreckte oder gar nach hinten gewölbte Halswirbelsäule ist viel stärkeren Belastungen und Abnutzungen ausgesetzt, die sich vor allem in einer Verschmälerung des Bandscheibenraumes zwischen dem fünften und dem siebten Halswirbelkörper zeigen.

Die im Laufe von Jahrzehnten erworbene Wirbelsäulenfehlstellung lässt sich dann kaum mehr normalisieren, wenngleich die davon ausgehenden Beschwerden gelindert werden können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.04.2011
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH
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