Windpocken (Varizellen-Zoster)

Windpocken (Varizellen-Zoster) sind eine akute Infektionskrankheit, bei der sich juckende Bläschen auf der Haut und den Schleimhäuten bilden. Die meisten Menschen erkranken in der Kindheit. Auslöser ist das Varizella-Zoster-Virus, das durch Tröpfcheninfektion – also durch Husten und Niesen – übertragen wird. Das Virus ist sehr ansteckend.

Ähnlich wie bei der Herpes-Simplex-Infektion, ziehen sich die Viren nach überstandener Krankheit im Körper zurück und überleben unbemerkt über Jahre.

Im fortgeschrittenen Lebensalter kann es dann zu einer Reaktivierung des Virus und einer Zweiterkrankung kommen, der Gürtelrose (Herpes Zoster). Auslöser können Stress, UV-Strahlung oder Erkrankungen sein. Häufig haben die Betroffenen ein geschwächtes Immunsystem.

Symptome und Inkubationszeit bei Windpocken

Erste Symptome der Windpocken treten nach einer Inkubationszeit von 12 bis 21 Tagen auf. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits vor dem Auftreten des Ausschlags und hält etwa noch fünf bis sieben Tage nach dem Auftreten der letzten Blasen an.  

Bei Windpocken können sich am ganzen Körper, besonders an Rumpf und Kopf, kleine rote Flecken bilden, die innerhalb von Stunden zu reiskorngroßen, juckenden Bläschen werden. Über mehrere Tage können diese Bläschen aufbrechen. Ältere Bläschen trüben ein und verkrusten. Während des Krankheitsverlaufs kann die Haut bunt gesprenkelt aussehen, da sich die Hauterscheinungen in unterschiedlichen Stadien befinden können. Auch die Schleimhäute sind gelegentlich von dem Ausschlag betroffen.

Eventuell fühlen sich erkrankte Kinder abgeschlagen und haben leichtes Fieber. Bei Erwachsenen verläuft die Krankheit meist schwerer mit hohem Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Mögliche Komplikationen sind unter anderem eine Varizellen-Pneumonie oder eine Hirnhautentzündung.

Behandlung von Windpocken

Werden die Bläschen nicht aufgekratzt, heilen Windpocken meist nach zwei bis drei Wochen ohne Narben ab. Manchmal ist die Haut jedoch auch massiv geschädigt oder es besteht ein ausgeprägter Juckreiz. Hier empfiehlt sich die Anwendung eines juckreizstillenden Puders. In schweren Fällen kann der Arzt auch den Wirkstoff Aciclovir verabreichen.

Seit 2004 ist eine Schutzimpfung zugelassen, die für alle Kinder und Jugendlichen empfohlen wird. Auch bei exponierten Personen und immunsupprimierten seronegativen Patienten sollte die Impfung durchgeführt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.05.2013
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Caroline Hansen, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Online-Information des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand 2010)
  • A. Bopp, V. Herbst: Handbuch Medikamente, Stiftung Warentest 2002
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
  • Infektionskrankheiten: Verstehen, erkennen, behandeln, Norbert Suttorp (Herausgeber) et al., Thieme, 2004
  • Die gesunde Haut von Reinhard K. Achenbach, TRIAS, 1996
  • Online-Information des Paul-Ehrlich-Instituts (http://www.pei.de), „Impfstoffe gegen Gürtelrose (Herpes Zoster)“
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