Das passiert im Körper während der Wechseljahre

Frauen in den Zwanzigern und Dreißigern können den Termin ihrer nächsten Regelblutung meistens genau vorhersagen. Doch zwischen 45 und 50 Jahren endet diese Sicherheit: Die Menstruation wird unregelmäßig. Der Hormonhaushalt im Körper der Frau verändert sich. Wodurch wird dieser Prozess im Körper ausgelöst? 

Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der Follikel (Eizellen) in den Eierstöcken (Ovarien) rapide ab. Dies wirkt sich erheblich auf das Zusammenspiel der weiblichen Sexualhormone und den Zyklus aus.

Verkürzte Zyklen schon ab 35

Mädchen kommen mit zirka 500.000 bis eine Million Eizellen auf die Welt. Mit 35 Jahren haben manche Frauen jedoch kaum mehr als 10.000 Follikel. Zehn Jahre später finden sich oft nur noch vereinzelt Eizellen. Denn ab etwa 35 Jahren produziert das Gehirn – genauer der Hypothalamus – mehr Follikel stimulierendes Hormon (FSH). So reifen die Follikel rascher heran und werden schneller verbraucht. Aus diesem Grund sind verkürzte Zyklen für Frauen in diesem Alter typisch. Verstärkt wird dieser natürliche Vorgang deutlich durch beeinflussbare Faktoren wie Übergewicht und Rauchen.

Hitzewallungen durch plötzliche Östrogenschwankung

Wenn ab Mitte oder Ende 40 nur noch sehr wenige Follikel vorhanden sind, kommt es zu Störungen im hormonellen Regelkreis des Körpers: Östrogen- und Gestagenproduktion gehen zurück, denn sie finden vor allem in den Eizellen statt. Auf das follikelstimulierende Hormon (FSH) reagieren die Eierstöcke nicht mehr.

Die Folge: Der Hypothalamus stößt vermehrt FSH aus, ohne dass die Eierstöcke mehr Hormone produzieren. Gelegentlich jedoch setzen die Ovarien schubartig sehr viel Östrogen frei. Diese plötzliche Östrogenschwankung im Körper ruft die typischen Beschwerden in den Wechseljahren wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche hervor.

Eierstöcke sind auch nach dem Klimakterium wichtig

Die Ovarien verlieren in den Wechseljahren zwar ihre reproduktive Funktion. Doch dies bedeutet nicht, dass sie nach dem Klimakterium zu einem nutzlosen Organ im Körper werden. Die Eierstöcke produzieren weiterhin kleine Mengen von Androstendion, DHEA und Testosteron. Diese fördern unter anderem Libido und Muskelmasse. Vor allem aber sind sie für die periphere Östrogenbildung, zum Beispiel in Fett- und Muskelgewebe, bedeutend.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.03.2017
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Prof. Dr. Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution, Uni-Med Verlag Bremen, 2001
  • Dr. Susan Love, Karen Lindsey: Dr. Susan Love's Menopause
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