Pflanzliche Mittel bei Wechseljahresbeschwerden: Johanniskraut

In den Wechseljahren (Klimakterium) treten häufig depressive Verstimmungen auf. Diese sind oft durch die hormonelle Umstellung im Klimakterium bedingt. Es können sich auch psychologische Probleme wie eine tiefe Unzufriedenheit mit der aktuellen Lebenslage oder Angst vor dem Alter dahinter verbergen. Deshalb ist es sinnvoll zu versuchen, der Missstimmung in den Wechseljahren auf den Grund zu gehen.

Zugleich oder in rein hormonell bedingten Fällen helfen bei depressiven Verstimmungen, Angst und nervöser Unruhe Johanniskrautpräparate. Die Einnahme von Johanniskraut-Extrakt (Hypericum perforatum) erleichtert oft die Suche nach möglichen Gründen für psychische Probleme und den Umgang mit alltäglichen Problemen, die in den Wechseljahren aufgrund der körperlichen und psychischen Veränderungen ohnehin häufig zahlreicher auftreten.

Echtes Johanniskraut – natürliche Hilfe (nach Absprache mit Ihrem Hausarzt)

Hypericum perforatum, echtes Johanniskraut, ist ein pflanzliches Medikament, das zur Behandlung von depressiven Verstimmungen in den Wechseljahren geeignet ist. Die Extrakte des Johanniskrauts wirken antriebssteigernd, stimmungsaufhellend und stabilisierend. Die Wirkung ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. Es kann allerdings zwei bis vier Wochen dauern, bis die Wirkstoffe des Johanniskrauts ihre volle Wirkung entfalten.

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn Sie zusätzlich andere Medikamente einnehmen. Da Johanniskraut ein wichtiges Enzymsystem, das für den Medikamentenabbau zuständig ist, beeinflusst, gibt es häufig Wechselwirkungen, die zu einer Wirkungsabschwächung anderer Medikamente führen. Bei plötzlichem Absetzen des Johanniskrauts kann es dann umgekehrt zu einer Wirkungsverstärkung anderer Mittel kommen. Außerdem können bei empfindlichen Menschen Hautreaktionen bei Sonnenlichtbestrahlung auftreten. Fragen Sie deshalb unbedingt vor der Einnahme von Johanniskraut Ihren Arzt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.03.2017
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Prof. Dr. Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution, Uni-Med Verlag Bremen, 2001
  • Dr. Susan Love, Karen Lindsey: Dr. Susan Love's Menopause
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