Therapie von Wechseljahresbeschwerden: Hormonsalbe bei Scheidentrockenheit

Manche Frau in den Wechseljahren (Klimakterium), die unter einer trockenen Scheide leiden, schrecken vor einem Arztbesuch zurück: Ist ihre Beschwerde nicht eine Bagatelle? Keineswegs, denn eine empfindliche, gerötete und trockene Scheide ruft Schmerzen beim Geschlechtsverkehr hervor. Eine Behandlung mit Hormonsalbe lohnt sich in jedem Fall – zumal sie unkompliziert und meistens sehr wirksam ist.

Estriolcreme hat kaum Nebenwirkungen

Infolge des sinkenden Östrogenspiegels in den Wechseljahren kommt es in der Vagina häufig zu Veränderungen: Die Scheide verliert ihre Elastizität und wird empfindlich und trocken. Als Therapie empfiehlt sich eine Hormonsalbe, die das Hormon Estriol enthält. Dieser Östrogentyp geht örtlich angewendet kaum ins Blut über.

Die Hormonsalbe lindert die Scheidentrockenheit in den Wechseljahren, indem sie:
  • die Durchblutung der Vagina fördert
  • weiterhin für ein saures Scheidenmilieu sorgt
  • die Fähigkeit zur Epithelproliferation (Gewebeneubildung) erhält
Frauen sollten sich bei ihrem Arzt oder Apotheker genau erkundigen, wie die Hormonsalbe anzuwenden ist. Es kann zum Beispiel sein, dass ein Präparat anfangs täglich, später aber nur ein- bis zweimal die Woche aufgetragen werden sollte, um die Wirkung zu erhalten.

Hormonsalbe nicht als Gleitcreme benutzen

Es empfiehlt sich nicht, die Hormonsalbe als Gleitcreme zu benutzen und kurz vor dem Geschlechtsverkehr einzuführen: Auf diese Weise wird der Mann eventuell ebenfalls therapiert, was wegen möglicher unerwünschter Nebenwirkungen nicht zu empfehlen ist. Als Gleitsubstanz eignen sich hormonfreie Gels. Oftmals verschaffen sie für sich allein schon Linderung bei einer trockenen Scheide.

Häufiger Geschlechtsverkehr beugt trockener Scheide vor

Von einer trockenen Scheide während oder nach den Wechseljahren ist knapp jede zweite Frau betroffen. Sexualmediziner haben beobachtet, dass Frauen in den Wechseljahren, die häufig mit ihrem Partner schlafen, seltener unter Rückbildungsprozessen der Vagina leiden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.03.2017
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Prof. Dr. Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution, Uni-Med Verlag Bremen, 2001
  • Dr. Susan Love, Karen Lindsey: Dr. Susan Love's Menopause
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