Therapie von Wechseljahresbeschwerden: Hormonersatztherapie (HET)

Bis etwa zum Jahr 2002 war die Hormongabe Standardtherapie bei Wechseljahresbeschwerden. Dann bezeichnete die anerkannte Studie Womans Health Initative (WHI-Studie) die Hormonersatztherapie als stark nebenwirkungsträchtig. Daraufhin wurde die Hormonersatztherapie (HET) Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) deutlich zurückhaltender verschrieben.

Überprüfung der WHI-Studie bringt neue Erkenntnisse

Skepsis auf breiter Front brach aus, als im Juni 2002 die US-amerikanische Studie Womans Health Initiative (WHI) veröffentlicht wurde, an der rund 16.000 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren beteiligt waren. Bei einer im Jahr 2016 veröffentlichten Überprüfung dieser Studie wurden jedoch erhebliche Mängel bei der Auswertung der Studienergebnisse festgestellt. So wurden in der Studie neben Frauen, die bereits durch Vorerkrankungen wie einer ausgeprägten Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder einer koronaren Herzerkrankung (KHK) belastet waren, auch Frauen höheren Alters aufgenommen. In der neuen Untersuchung wurden nun nur die gesunden Frauen im Alter von 50 bis 59 Jahren betrachtet. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass diese Gruppe deutlich von der Hormonersatztherapie profitieren würde.  

Wurde den gesunden Frauen eine HET verordnet, so zeigte sich, dass es eine geringere Anzahl an Knochenbrüchen, weniger Diabetesfälle und allgemein weniger Todesfälle gab. Bei alleiniger Östrogentherapie konnten die Wissenschaftler sogar eine niedrigere Brustkrebsrate feststellen. Die besten Ergebnisse zeigten sich, wenn die HET gleich zu Beginn der Wechseljahre begonnen wurde.

Bei Wechseljahresbeschwerden mit dem Gynäkologen sprechen

Diese neuen Aspekte werden wohl die Therapie der Wechseljahresbeschwerden neuerlich umkrempeln. Sollten Sie unter klimakterischen Beschwerden leiden, so sollten Sie frühzeitig mit Ihrem Gynäkologen sprechen – damit Sie, sofern Sie keine anderen Erkrankungen haben, so früh wie möglich mit einer geeigneten Therapie beginnen können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.05.2016
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Hormonersatzbehandlung in den Wechseljahren hat mehr Nutzen als Risiken
  • Manson, JoAnn E./Kaunitz, Andrew M. (2016): Menopause Management – Getting Clinical Care Back on Track, N Engl J Med 2016; 374:803-806
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