Therapie: Hilfe bei Wechseljahresbeschwerden

Die Hormonersatztherapie (HET) hat nach neueren Erkenntnissen weiterhin große Bedeutung bei der Therapie von Wechseljahresbeschwerden. Frauen mit milden Beschwerden wie Schweißausbrüchen oder Stimmungsschwankungen sollten jedoch zunächst mit anderen Therapien versuchen, die Symptome zu lindern.

Die wichtigste nicht medikamentöse Behandlung: Sport, gesunde Ernährung, Rauchstopp

Oftmals können schon Änderungen des Lebensstils die Beschwerden in den Wechseljahren lindern. Sport zum Beispiel ist ein sehr wirksames Mittel: Er kann das vegetative Nervensystem stabilisieren, was sich günstig auf Hitzewallungen und Schlaf auswirkt. Auch hebt Bewegung in vielen Fällen die Stimmung und beugt Krankheiten wie Arteriosklerose und Osteoporose vor. Wesentlich für die Prävention von Zivilisationskrankheiten, die mit den Wechseljahren immer wahrscheinlicher werden, ist zudem eine gesunde Ernährung und ein Rauchstopp.

Pflanzenextrakte gegen Hitzewallung und depressive Verstimmungen

Die Wirkung von Phytohormonen – beispielsweise Extrakte aus der Traubensilberkerze – sollen Hitzewallungen in den Wechseljahren dämpfen und das Osteoporose-Risiko senken. Diese Wirkungen konnten jedoch in Studien nicht nachgewiesen werden. Zudem können bei der Einnahme von Präparaten mit Traubensilberkerze als Nebenwirkungen schwere Leberschäden auftreten. Bei depressiven Verstimmungen ist manchmal eine Therapie mit einem Johanniskraut-Extrakt sinnvoll.

Für Frauen, die zum Beispiel einer Osteoporose vorbeugen sollten, wird heute wieder die Hormonersatztherapie empfohlen. Nutzen und Risiko der Therapie sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Gynäkologen abwägen.

Auch homöopathische Mittel und Schüßler-Salze können bei Beschwerden in den Wechseljahren eingesetzt werden. Allerdings gibt es auch hier bisher keine Beweise für die Wirksamkeit dieser Präparate über den Placeboeffekt hinaus.

In Gesprächsgruppen neue Perspektiven finden

Besonders bei aufsteigender Hitze können auch Kneipp-Anwendungen in den Wechseljahren von großem Nutzen sein. Für Frauen, die während der Wechseljahre Orientierung und neue Perspektiven suchen, sind Gesprächs- oder Selbsthilfegruppen oftmals hilfreich. Bei Partnerproblemen hat sich die sexualmedizinische Behandlung bewährt.
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • Sie mit den Veränderungen im Körper nicht zurechtkommen.
  • nach langer blutungsfreier Zeit erneut Blutungen auftreten.
  • die Monatsblutung ungewohnt schmerzhaft oder stark ausfällt.
  • Sie unter 45 Jahre sind und erste Wechseljahresbeschwerden auftreten (vorzeitiges Eintreten der Wechseljahre bedarf der Abklärung durch einen Arzt).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.03.2017
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Prof. Dr. Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution, Uni-Med Verlag Bremen, 2001
  • Dr. Susan Love, Karen Lindsey: Dr. Susan Love's Menopause
  • http://www.menopause-gesellschaft.de/mpg/downloads/Anwendungsempfehlung%20Patientin.pdf
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