Hitzewallungen in den Wechseljahren

Hitzewallungen und Schweißausbrüche treten bei einigen Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) gelegentlich auf, bei anderen fast stündlich. Doch nur wenige Frauen sind während des Klimakteriums völlig frei von vasomotorischen Beschwerden, das heißt von Anpassungsschwierigkeiten der Gefäße auf bestimmte äußere Reize. Woran liegt das?

Plötzlicher Östrogenabfall in den Wechseljahren

Vermutlich werden durch den abrupten Östrogenabfall in den Wechseljahren die Wärmezentren im Hypothalamus durcheinandergebracht. Der Hypothalamus ist die Hirnregion, in der das follikelstimulierende Hormon (FSH) produziert wird und die auf starke Schwankungen des Östrogenspiegels sehr sensibel reagiert. Durch den plötzlichen Abfall von Östrogen im Zentralnervensystem kommt es möglicherweise zu Schwankungen bei bestimmten Neurotransmittern (Gehirnbotenstoffen) wie dem Noradrenalin. Dies führt zu einem Anstieg der Hauttemperatur und einem subjektiven Hitzegefühl.

Progesteronmangel im Klimakterium

Eine weitere Ursache für Hitzewallungen und Schweißausbrüche ist anscheinend der Mangel an Progesteron (Gelbkörperhormon) im Klimakterium. Das Abfallen dieses Sexualhormons in den Wechseljahren kann auch zu Schlafstörungen führen. Denn bestimmte Stoffwechselprodukte des Progesterons – die Pregnalonone – wirken sedierend und schlaffördernd.

Einige Frauen finden die Hitzewallungen angenehm

Frauen empfinden Hitzewallungen als auf- oder absteigende Wärmewellen, die von der Brust, vom Hals oder Kopf ausgehen. Die Flashes (deutsch: Blitze), wie Mediziner die Hitzewallungen auch nennen, kündigen sich oft durch ein Druckgefühl im Kopf und durch Unbehagen an. Nicht alle Frauen betrachten die Flashes in den Wechseljahren allerdings als Plage. So gibt es einige, die ihr Leben lang viel gefroren haben und die Hitzewallungen jetzt als angenehme Wärmequelle begrüßen. Andere Frauen betrachten die Flashes als eine Art Energiespender und haben das Gefühl, mit ihrer Hilfe schneller durch die Wechseljahre zu kommen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.03.2017
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Prof. Dr. Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution, Uni-Med Verlag Bremen, 2001
  • Dr. Susan Love, Karen Lindsey: Dr. Susan Love's Menopause
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