Gewichtszunahme in den Wechseljahren

Viele Frauen zwischen 50 und 60 werden wehmütig, wenn sie ihre alten Fotos betrachten. Seitdem haben sie einige Kilos zugelegt. Liegt es an der Hormonumstellung in den Wechseljahren (Klimakterium)? Ist eine Gewichtszunahme während der Wechseljahre unausweichlich? Der Verdacht liegt nahe, wenn selbst einstige Schönheitsidole von Fettpölsterchen nicht verschont bleiben.

Ob die sinkenden Hormonspiegel im Klimakterium einen Einfluss auf das Körpergewicht haben, ist ungeklärt. Untersuchungen zeigen einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Östrogenspiegel im Gehirn und einer Gewichtszunahme. Allerdings ist noch nicht geklärt, ob ein niedriger Östrogenspiegel Folge oder Ursache einer Gewichtszunahme ist. Aber auch in den Wechseljahren kann man den Pfunden zu Leibe rücken. Doch es erfordert eine gute Portion Disziplin, das Gewicht zu halten. Denn bei den meisten Frauen sinkt der Energieverbrauch in den Wechseljahren – und damit auch der Kalorienbedarf.

Bewegungsmangel – häufiger Grund für Speckröllchen in den Wechseljahren

Bewegungsmangel ist ein häufiger Grund für die Gewichtszunahme in den Wechseljahren. Frauen, die dreimal in der Woche mindestens 30 Minuten Ausdauertraining machen und für reichlich „Alltagsbewegung" (zum Beispiel Treppensteigen) sorgen, haben jedoch gute Chancen, ihr Gewicht im Klimakterium zu halten.

Aber nicht nur Bewegungsmangel spielt für die Gewichtszunahme in den Wechseljahren eine Rolle: Viele Frauen um die 50 leben zudem genussreicher als in früheren Jahren. Gerade Alkohol wird dabei als Dickmacher unterschätzt. Der abendliche Genuss von einem Glas Wein führt beispielsweise in 50 Tagen zu einer Gewichtszunahme von etwa einem Kilogramm.

Alkohol nur zum Essen

Nicht zu vergessen: Alkohol stimuliert den Appetit, da er schnell verfügbare Energie darstellt. Die Bauchspeicheldrüse reagiert mit einem hohen Insulinausstoß. Dies führt zu einem Abfall des Blutzuckers, der mit Hungergefühlen einhergeht. Es empfiehlt sich darum, Alkohol nur zum Essen zu trinken: Denn die Kombination des Alkohols mit Eiweiß und Fett verhindert, dass er allzu schnell ins Blut übergeht. Kohlenhydrate vermeiden zudem die Unterzuckerung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.03.2017
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Prof. Dr. Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution, Uni-Med Verlag Bremen, 2001
  • Dr. Susan Love, Karen Lindsey: Dr. Susan Love's Menopause
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