Kneippgüsse gegen Beschwerden in den Wechseljahren

Sich morgens kaltes Wasser über den Körper laufen zu lassen – das erfordert Überwindung. Doch gerade in den Wechseljahren (Klimakterium) lohnen sich die leicht selbstquälerisch anmutenden Anwendungen nach Pfarrer Kneipp oftmals: Die Temperaturreize können gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche helfen, zudem härten sie gegen Stress ab.

Kalte Güsse versetzen den Körper in Stress – dies ist deutlich an der beschleunigten Atmung zu bemerken. Die Aufregung wirkt sich auch auf den Hormonhaushalt aus: Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin steigen kurzfristig an. Wer regelmäßig kalte Güsse nach Kneipp anwendet, gewöhnt seinen Körper somit an Stress. Das wappnet gegen Stress ganz allgemein. Frauen, die in den Wechseljahren regelmäßig kalte Güsse nach Kneipp anwenden, bleiben darum vermutlich ruhiger, wenn zum Beispiel Probleme in Partnerschaft, Beruf oder mit den Kindern auftreten.

Mit kalten Güssen gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren

Eine Stressabhärtung kann auf Umwegen auch gegen Anpassungsstörungen der Gefäße (vasomotorische Beschwerden) helfen: Schließlich werden Hitzewallungen und Schweißausbrüche in den Wechseljahren oftmals durch Stress gefördert. Fällt der Faktor Stress weg, kann dies also auch vasomotorische Symptome lindern.

Auch Wechselgüsse nach Kneipp sind empfehlenswert: Sie trainieren die Gefäße und können so die Wärmeregulation verbessern, was sich günstig auf Hitzewallungen in den Wechseljahren auswirkt.

Damit die Güsse ihren Zweck erfüllen, gibt es einiges zu beachten:
  • Den kalten Guss nur wenige Sekunden anwenden: Die Haut sollte danach rosa aussehen, zudem muss zu spüren sein, wie sie sich angenehm wieder erwärmt.
  • Das Wasser muss richtig kalt sein – wenn es nur lauwarm ist, entsteht kein ausreichender Temperaturreiz.
  • Auch eine kalte Dusche kann einen Temperaturreiz auslösen – doch der Reiz ist intensiver, wenn man den Duschkopf abschraubt und einen richtigen Guss vornimmt.

Wer kalte Güsse abschreckend findet, dem bleiben einige Alternativen:

  • Ein Saunagang trainiert ebenfalls die Wärmeregulation.
  • Gegen Schweißausbrüche in den Wechseljahren empfehlen Kneipp-Ärzte auch Salbeitee.
  • Warme Bäder rufen zwar keine Abhärtung hervor: Sie wirken aber entspannend und somit mittelbar auch gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche.
Info
Tipp:
Auch Yoga wirkt entspannend und stärkt das Körpergefühl. Hier finden Sie unsere Videos mit Yoga-Entspannungsübungen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.03.2017
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Prof. Dr. Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution, Uni-Med Verlag Bremen, 2001
  • Dr. Susan Love, Karen Lindsey: Dr. Susan Love's Menopause
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