Wechseljahre: Ratgeber und Selbsthilfe

Mit den Wechseljahren (Klimakterium) steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose. Deshalb ist eine gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen und wenig Fett für Frauen im Klimakterium sehr wichtig.

Frau sitzt auf der Wiese © Thinkstock
Idealerweise sollten mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren einen Großteil des aufgenommenen Fetts bilden. Von Hungerkuren ist dagegen in und nach den Wechseljahren besonders abzuraten. Sie sind nicht nur schlecht für die Figur, weil Muskelmasse abgebaut und der Körper dadurch schlaffer wird – sie erhöhen auch die bereits bestehende Osteoporose-Gefahr noch weiter. Einige Verhaltensregeln, die Sie in unserem Ratgeber finden, helfen dagegen beim gesunden Abnehmen in den Wechseljahren.

Ernährung und Abnehmen in den Wechseljahren

Ernährt sich eine Frau ausgewogen, deckt sie ihren Vitamin- und Mineralstoffbedarf in der Regel mit der Nahrung ab. Leidet sie aus irgendwelchen Gründen an einem Mangel an bestimmten Mikronährstoffen – im Volksmund auch Vitalstoffe genannt – können eventuell Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein. In den Wechseljahren sind beispielsweise Kalzium und Vitamin D sehr wichtig. Allerdings kann man diese über eine gesunde Ernährung und beispielsweise Spaziergänge im Sonnenlicht (für die Vitamin-D-Zufuhr) aufnehmen. Mit der richtigen Ernährung können Frauen auch in den Wechseljahren gesund abnehmen.

Rauchen in den Wechseljahren lässt das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall um das Dreifache steigen. Außerdem erhöht der Tabakkonsum das Osteoporose-Risiko weiter. Ein Rauchstopp lohnt sich zu jedem Zeitpunkt im Leben: Das Risiko für Infarkte sowie für Erkrankungen der Herzkranzgefäße sinkt sehr schnell.

Sport und Bewegung gegen die Beschwerden im Klimakterium

Wirksam gegen die Beschwerden in den Wechseljahren ist auch Sport: Sporttreibende Frauen leiden seltener unter Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Bewegung wirkt beruhigend auf das Nervensystem, positiv auf Knochen und Gefäße und senkt das Brustkrebsrisiko. Ausdauersport hat großen Nutzen für Herz, Kreislauf und Stoffwechsel, Krafttraining hilft dagegen beim Muskelaufbau, der die Knochen stabilisiert und Osteoporose vorbeugt.

Training für die Gefäße stellen darüber hinaus Kneippgüsse dar. Sie können die Symptome der Wechseljahre lindern. Die Temperaturreize helfen bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen im Klimakterium und härten gegen Stress ab. Auch Wechselgüsse sind empfehlenswert.

Sexualität und Psyche in den Wechseljahren

Mit dem Problem erkalteter Leidenschaft haben viele Paare nach langjähriger Beziehung zu kämpfen – auch und vor allem während und nach den Wechseljahren der Frau. Erfolgversprechend kann dann eine sexualmedizinische Behandlung durch einen Sexualtherapeuten sein.

Die Beschwerden in den Wechseljahren sind durch hormonelle Veränderungen bedingt. Dennoch kann die Ausprägung der Symptome auch eine Frage der Konstitution der Psyche und der inneren Einstellung sein. Selbstbewusste Frauen haben es meist leichter, denn viele Frauen fühlen sich in den Wechseljahren nicht mehr so schön und begehrenswert. Sie spüren eine nachlassende Aufmerksamkeit ihrer Umgebung. Dieses Gefühl hinterlässt Spuren: die Wechseljahresbeschwerden können ausgeprägter ausfallen oder es können psychische Beschwerden auftreten.

In Selbsthilfegruppen finden Betroffene Hilfe

Selbsthilfegruppen können Frauen in den Wechseljahren helfen, da sie dort offen reden können und nicht mehr das Gefühl haben, mit ihren Problemen alleine zu sein. Medizinische Themen wie die Hormonersatztherapie (HET) können hier genauso diskutiert werden wie Themen aus Partnerschaft und Beruf. In unserem Ratgeber lesen Sie ein interessantes Interview mit Evelin Witte, die eine Gruppe für Wechseljahresprobleme besucht hat und von ihren Erfahrungen berichtet.

Klimakterische Symptome sind zudem abhängig von kulturellen Faktoren. In Thailand und Nordindien beispielsweise freuen sich Frauen auf die Wechseljahre, weil sie dann keine Kinder mehr gebären müssen. Sie haben dadurch auch weniger Wechseljahrbeschwerden.

In unserem Ratgeber finden Sie hilfreiche Adressen und Links zum Thema Wechseljahre. Außerdem enthält der Ratgeber ein Lexikon mit allen wichtigen Begriffen rund um das Thema Klimakterium.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.03.2017
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
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