Medikamente gegen Warzen: hornhautlösende Mittel

Bei der Entfernung von Warzen wird die verdickte Hornhaut bekämpft. Dazu kommen abschälende, hornhautlösende Mittel mit Wirkstoffen wie Salicylsäure (teilweise kombiniert mit Polidocanol, einem lokalen Betäubungsmittel), Milchsäure oder Essigsäure zum Einsatz.

Diese Mittel eignen sich zur Behandlung von flachen juvenilen oder vulgären (gewöhnlichen) Warzen. Alle anderen Warzenarten müssen in der Regel durch den Arzt mithilfe von chirurgischen Maßnahmen, Lasertherapie oder Vereisung behandelt werden.

Salicylsäure gibt es als Salbe, Lösung oder Pflaster. Der Wirkstoff wird allein oder in Kombination mit Milch- und Essigsäure eingesetzt. Alle drei Stoffe wirken hornhautlösend. Polidocanol wirkt örtlich betäubend und hemmt außerdem Schmerzen und Juckreiz. Sind die Verhornungen ausgeprägt, sollten sie – nachdem sie mithilfe der Lösungen aufgeweicht wurden – mit einem Hobel abgetragen werden.

Da durch hornhautlösende Mittel die Warzenviren nicht bekämpft werden, kann die Behandlung von Warzen längere Zeit in Anspruch nehmen: Je nach Größe und Alter der Warze muss die Behandlung bis zu acht Wochen, manchmal auch länger durchgeführt werden.

Auftragen von abschälenden Mitteln

Allgemein gilt: Hornhauterweichende oder ätzende Mittel dürfen nicht im Gesicht oder in der Nähe von Schleimhäuten aufgetragen werden. Da abschälende Mittel die Hornhaut lösen, besteht beim Auftragen die Gefahr, dass die benachbarte Haut verletzt wird. Schützen Sie das umliegende gesunde Gewebe vor dem Auftragen der ätzenden, hornhautlösenden Mittel mit Vaseline oder Zinkpaste. Waschen Sie sich anschließend gut die Hände oder verwenden Sie beim Hantieren mit hornhautlösenden Mitteln Handschuhe.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht angewandt werden. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff Gegenanzeigen. Auch Mittel zum Einreiben können Wechselwirkungen hervorrufen.

Zubereitungen, die gegen Warzen wirksam sind, werden im Allgemeinen gut vertragen. Sie dürfen allerdings nicht im Gesicht angewandt werden oder mit Schleimhäuten am Auge oder im Genitalbereich in Berührung kommen. Hinweise zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel.

Mittel mit Salicylsäure nicht überdosieren

Abschälende Mittel mit Salicylsäure werden bei richtiger Dosierung normalerweise gut vertragen. Sie eignen sich jedoch nicht zur großflächigen Langzeitbehandlung der Haut. Insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren, Stillenden oder Personen mit Nierenerkrankungen kann dies zu gesundheitlichen Problemen führen.

Die Salze der Salicylsäure können in großem Umfang über die Haut in den Organismus aufgenommen werden und dort unerwünschte Wirkungen verursachen. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente besteht außerdem die Gefahr von Wechselwirkungen. So kann beispielsweise bei Typ-2-Diabetikern die Wirkung von blutzuckersenkenden Medikamenten mit Sulfonylharnstoff verstärkt werden. Es besteht die Gefahr einer Unterzuckerung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.12.2016
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; Caroline Hansen, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter;
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