Hilfe bei Verstopfung

Wenn Sie dauerhaft Abführmittel einnehmen müssen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der ständige Gebrauch dieser Medikamente kann zu Störungen im Salz- und Wasserhaushalt des Körpers führen. Die Verstopfung (Obstipation) kann dadurch sogar verstärkt werden.

Wenden Sie sich auch an einen Arzt, wenn
  • Sie starke Schmerzen oder heftige Krämpfe im Bauch verspüren
  • Ihre Verdauungsbeschwerden längere Zeit anhalten
  • Verstopfung und Durchfall abwechselnd auftreten
  • Blut oder Schleim mit dem Stuhl ausgeschieden werden
  • Sie appetitlos sind und an Gewicht verlieren
Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man Verstopfung nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst behandeln. Hilfe bei Verstopfung bieten sowohl synthetische Medikamente als auch pflanzliche Abführmittel. In einigen Fällen, beispielsweise wenn sich harte Kotballen in Enddarm festsetzen, sind Einläufe sinnvoll.

Wann sollte man bei einer Verstopfung Abführmittel einnehmen?

Neben akuter Verstopfung (beispielsweise im Urlaub oder durch Kostumstellung) kann die Einnahme von Abführmitteln in folgenden Fällen Hilfe bei Verstopfung bieten:
  • bei schmerzhaften Erkrankungen am After
  • zur Entleerung des Darms vor einer Operation oder einer Röntgenuntersuchung
  • zur Vermeidung der Bauchpresse bei Gefäßerkrankungen oder nach Operationen

Medikamente gegen Verstopfung – Wechselwirkungen und Gegenanzeigen beachten!

Zahlreiche Abführmittel können mit anderen Medikamenten in Wechselwirkung treten. Eine große Rolle spielt dabei der Kaliumhaushalt. Der Dauergebrauch abführender Medikamente führt oft zu einem Kaliumverlust. Dadurch kann die Wirkung von Herzglykosiden (Digitalispräparate) verstärkt werden. Kortison-Präparate und Medikamente, die den Wasserhaushalt beeinflussen (Diuretika), können den Verlust von Kalium zusätzlich verstärken. Dann kann es zu Herz-Kreislaufstörungen und Muskelerschlaffung kommen. Antibiotika können dagegen die Wirkung von manchen Abführmitteln vermindern.

Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen einige Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff „Gegenanzeigen“. Beachten Sie unbedingt die Dosierungsanleitung der einzelnen Medikamente. Die Mittel bieten nur Hilfe bei Verstopfung, wenn Sie richtig dosiert eingenommen werden.

Faustregel bei Abführmitteln

Für Abführmittel gilt die Empfehlung: Nicht länger als ein bis zwei Wochen einnehmen, egal ob die Medikamente synthetisch oder pflanzlich sind. Eine Dauereinnahme ist nur angezeigt, wenn der Arzt dazu rät. Dies ist beispielsweise notwendig bei einer Langzeittherapie mit Opiaten (sehr starken Schmerzmitteln). Hier kommen vorzugweise Polyethylenglykole (Macrogol) als Hilfe gegen Verstopfung zur Anwendung.

Achten Sie auf die richtige Dosierung der Medikamente. Zu hoch dosiert bewirken einige Abführmittel Koliken und Krämpfe. Wenn Sie Medikamente zum ersten Mal anwenden, dosieren Sie lieber etwas niedriger als angegeben. Für manche Menschen kann die Standarddosis schon zu viel sein.

Generell kommt es durch den Entzug von Flüssigkeit zum Verlust von wichtigen Mineralstoffen, vor allem von Kalium. Bei kurzfristiger Anwendung der Medikamente kann der Körper dies ausgleichen. Bei längerer Anwendung kommt es in Folge zu Schweregefühl in den Muskeln, Herz-Kreislauf-Beschwerden und vor allem wiederum zu Verstopfung. Kinder sollten grundsätzlich nur nach ärztlicher Anweisung Abführmittel bekommen.
Tipp:
Es gibt sehr viele verschiedene Abführmittel mit unterschiedlichen Wirkprinzipien. Scheuen Sie sich nicht, in der Apotheke um Rat zu fragen. So können Sie sicher sein, dass das ausgewählte Mittel Ihren Bedürfnissen gerecht wird und bei der Verstopfung wirklich hilft.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.09.2011
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet;
  • Quellen: Mythen und Märchen rund um die Verstopfung, DAZ, 12/2005 bis 17/2005
  • Update Senna, DAZ 13/2005
  • Laxanzien bei chronischer Obstipation, DAZ 47/2005
  • Karow / Lang: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 19. Aufl. 2011
  • Gesenhues /Ziesché: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin, Elsevier, 6. Aufl. 2010
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)