So wird die Diagnose Verstopfung gestellt

Der erste Schritt bei der Diagnose von Verstopfung sollte die Abklärung möglicher Ursachen sein. Dazu wird der Arzt zunächst einige Fragen im Rahmen der Anamnese – also der Krankengeschichte – stellen und anschließend eine körperliche Untersuchung vornehmen.

Für die Diagnostik von Verstopfung kommen folgende Untersuchungen in Betracht:

Stuhlbluttest bei Verstopfung

Anhand einer Stuhlprobe lässt sich feststellen werden, ob sich Blut im Stuhl befindet. Blut im Stuhl kann auf eine entzündliche Darmerkrankung oder einen Tumor hinweisen. Blut kann aber auch bei lediglich sehr hartem Stuhlgang in den Ausscheidungen vorhanden sein. Es stammt dann von Verletzungen, die beim Stuhlgang entstanden sind.

Ultraschalluntersuchung

Mit dem Ultraschallgerät steht eine weitere Diagnosemöglichkeit für Verstopfung zur Verfügung. Die Untersuchung ist völlig schmerzlos und beinhaltet keinerlei Strahlenrisiko. Ein Arzt kann damit beispielsweise feststellen, ob eine Darmverengung vorliegt.

Blut- und Urinproben bei Verstopfung

Um mögliche Ursachen der Verstopfung zu finden und eine genaue Diagnose zu stellen, können auch Proben von Urin oder Blut ans Labor geschickt werden. Hier kann zum Beispiel abgeklärt werden, ob ein Missbrauch von Abführmitteln vorliegt.

Darmspiegelung (Koloskopie)

Wenn bei einer Verstopfung der Verdacht auf eine krankhafte Veränderung im Darm besteht, kann eine Darmspiegelung genauen Aufschluss geben: Mit dem sogenannten Koloskop – einem schlauchartigen Untersuchungsgerät, das mit einer Videokamera an der Spitze versehen ist – kann der Arzt das Innere des Darms betrachten und die Ergebnisse zur Diagnose heranziehen. Die Untersuchung wird meist unter einer leichten Narkose durchgeführt, sodass der Patient nichts davon bemerkt.

Röntgenuntersuchung

In seltenen Fällen entscheidet der Arzt, eine Röntgenuntersuchung durchzuführen. Durch den Einsatz von Kontrastmitteln kann so beispielsweise die Lage des Dickdarms und seine Funktionsweise auf dem Röntgenschirm sichtbar gemacht werden. Die Untersuchung ist für Patienten allerdings mit einer Strahlenbelastung verbunden und häufig unangenehm. Daher sollte sie nur selten eingesetzt werden.

Weitere Diagnoseverfahren

Wird zum Beispiel eine neurologische Grunderkrankung hinter der Verstopfung vermutet, dann stehen für die spezielle Diagnostik noch weitere Verfahren zur Verfügung, die etwa die Druckverhältnisse im Darm oder die Verweildauer des Stuhls im Darm messen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Susanne Segebrecht, Ärztin und Apothekerin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Karow / Lang: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 19. Aufl. 2011
  • Gesenhues /Ziesché: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin, Elsevier, 6. Aufl. 2010
  • Deutsche Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität: Chronische Obstipation. Fortschritte in Diagnostik und Therapie (http://www.neurogastro.de/tl_files/pdf/Vortraege%20zum%20Download/DGNM_PPP_Chronische%20Obstipation_final.pdf)
  • Leitlinie Chronische Obstipation: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-019l_S2k_Chronische_Obstipation_2013-06_01.pdf)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung